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Dienstag, 4.10.2011

Staatsbesuch im Zeichen der Wirtschaft

Die Schweiz und Indien wollen in Zukunft ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit ausbauen. Im Rahmen des Staatsbesuches der indischen Präsidentin Patil haben sich deshalb Wirtschaftsvertreter aus beiden Ländern getroffen.

Patil und Calmy-Rey auf dem Genfersee. (Keystone)

Die indische Präsidentin Pratibha Patil hat ihren Staatsbesuch in der Schweiz mit einem Besuch der Universität Lausanne und einer Schifffahrt auf dem Genfersee abgeschlossen. Zuvor trafen sich Patil und Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey mit Wirtschaftsvertretern.

Patil und Calmy-Rey kamen am Morgen mit indischen und Schweizer Wirtschaftsvertretern im Hotel Bellevue in Bern zusammen. Patil, die in Begleitung einer 45-köpfigen Wirtschaftsdelegation in die Schweiz gekommen war, betonte bei der Gelegenheit, Ziel ihres Besuches sei es namentlich gewesen, die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zu intensivieren.

«Dynamischer Rhythmus»
Calmy-Rey begrüsste den «sehr dynamischen Rhythmus» in den wirtschaftlichen Beziehungen und lud die indischen Unternehmen ein, die Schweiz als «Eingangspforte zum europäischen Markt» zu betrachten. Knapp 200 Schweizer Unternehmen sind bereits mit Niederlassungen oder Tochtergesellschaften in Indien präsent und beschäftigen rund 60'000 Mitarbeitende.

Das Wirtschaftspotenzial sei noch nicht ausgeschöpft, sagte Valentin Vogt, Präsident des Arbeitgeberverbands und Mitglied des Vorstandsausschusses von Economiesuisse. Das Potenzial könnte noch ausgebaut werden mit einem Freihandelsabkommen zwischen Indien und der Freihandelsassoziation Efta, an der auch die Schweiz beteiligt ist. Die Verhandlungen über ein solches Abkommen steckten zurzeit in einer «intensiven Phase».

Im Anschluss an das Wirtschaftstreffen reisten die beiden Präsidentinnen ins Waadtland weiter. Dort wurden sie empfangen von Staatsrätin Anne-Catherine Lyon, der Vorsteherin des Departements für Erziehung, Jugend und Kultur, von Professor Dominique Arlettaz, dem Rektor der Universität Lausanne, und von Professor François Rosset, dem Dekan der Philosophischen Fakultät.

Indischer Lehrstuhl an der Universität Lausanne
Die indische Präsidentin und die Schweizer Bundespräsidentin wohnten der Unterzeichnung eines Abkommens zwischen der Universität Lausanne und dem «»Indian Council for Cultural Relations» über indische Studien bei.

Dank des «Memorandum of Understanding» besteht die Möglichkeit, dass ein indischer Professor jeweils für ein Semester an der Universität Lausanne lehren kann. Damit werde das Angebot für die Studierenden wesentlich erweitert, sagte Rektor Dominique Arlettaz. Finanziert wird der Lehrstuhl fast ausschliesslich von Indien.

Mittagessen auf dem Genfersee
Nach dem Besuch der Universität bestieg Pratibha Patil in Morges VD den Raddampfer «La Suisse», um Mittag zu essen und eine Rundfahrt zu geniessen.

Am Montag war Präsidentin Patil auf dem Berner Bundesplatz vom Bundesrat mit militärischen Ehren empfangen worden. Danach unterzeichneten die beiden Regierungen eine Absichtserklärung über die Zusammenarbeit im Finanzbereich: In einem Dialog wollen die Staaten gemeinsame Interessen eruieren und ihre politische Zusammenarbeit vertiefen.

Der letzte Staatsbesuch eines indischen Staatsoberhaupts in der Schweiz fand 2005 statt. (inap, sda)

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