Wegen Hitze und Krise weniger Schokolade verkauft
Schokoladehasen von Lindt & Sprüngli. (Keystone)
2011 hat der Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli einen Umsatz von 2,49 Milliarden erwirtschaftet. 2010 lag der Umsatz bei knapp 2,58 Milliarden Franken, also rund 3,5 Prozent höher.
In Landeswährungen gerechnet hätte der Umsatz im vergangenen Jahr aber um sechs Prozent zugelegt, schreibt Lindt & Sprüngli in einer Mitteilung. Das strategische Ziel sei damit erreicht. Zudem sei Lindt & Sprüngli in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld schneller gewachsen als der Gesamtschokolademarkt und habe bedeutende Marktanteile dazugewonnen.
Schweizer kauften rekordverdächtig ein
Zufrieden ist Lindt & Sprüngli vor allem mit dem Schweizer Geschäft. Beim Verkauf von Pralinen hat das Unternehmen den höchsten Marktanteil der Unternehmensgeschichte erzielt. Auch in den wichtigen Absatzmärkten USA, Frankreich und Deutschland ist Lindt & Sprüngli gewachsen.
Positiv hat sich auch der Absatz in Hongkong entwickelt, das für das Unternehmen ein wichtiger Zugang zum chinesischen Markt darstellt. Die geografische Expansion werde weiter vorangetrieben, schreibt Lindt & Sprüngli.
Schuldenkrise und Hitze senkten Appetit auf Schokolade
Weniger gut haben sich die Geschäfte hingegen in Italien, Spanien und teilweise in Australien entwickelt. Einerseits drückte die Schuldenkrise die Konsumfreude. Anderseits waren im Frühling und im Spätherbst die Temperaturen sehr hoch, so dass den Konsumenten und dem Handel die Lust auf Schokolade verging. Zudem litten die Exportmärkte sowie das Duty Free Geschäft unter dem starken Franken.
Solide Zahlen im schwierigen Umfeld
Analysten sprechen angesichts des schwierigen Umfeldes von soliden Zahlen. Obwohl das organische Wachstum etwas unter den Prognosen gelegen habe, seien die Zahlen im aktuellen Marktumfeld eine gute Leistung. Zwei Stunden nach Handelsbeginn hat die Aktie von Lindt & Sprüngli an der Schweizer Börse denn auch 0,7 Prozent an Wert zugelegt. Der Gesamtmarkt notierte derweil auf dem Niveau vom Freitagabend.
Für das laufende Jahr ist Lindt & Sprüngli weiterhin zuversichtlich und erwartet ein anhaltendes Wachstum. Dank einer optimierten Auslastung der Fabriken und einer guten Einkaufspolitik erwartet das Unternehmen zudem bessere Margen.
Keine Zukäufe
Von Zukäufen anderer Firmen sieht das Unternehmen hingegen ab. «Lindt ist die einzige führende Premium-Marke und wir wollen uns nicht mit irgendwelchen Zukäufen Probleme einhandeln», sagte Konzernchef Ernst Tanner gegenüber der Nachrichtenagentur AWP.
Bei den Rohstoffpreisen rechnet der Konzernchef weiterhin mit eher volatilen Preisen, insgesamt dürften die Rohwarenpreise 2012 aber eher eine «positive Überraschung» bringen. (basn, sda)
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