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Dienstag, 31.1.2012

Büsis würden Openstreetmap nutzen

Google Maps kennt den Büsisee. Openstreetmap kennt den Büsisee, den Büsiseeweg und den Rastplatz Büsisee Süd und Nord. Die Alternative zu Googles Kartendienst ist also viel genauer. Aber nicht überall. Wir haben nachgeholfen.

Büsi weiss, wo es in Natura eine Strasse hat. Openstreetmap nach unserem Tracking nun auch. Siehe Video unten.

Openstreetmap (OSM) ist das Wikipedia der Karten. Genau wie beim beliebten Online-Nachschlagewerk tragen auch bei Openstreetmap die Benutzer selber dazu bei, die Qualität des Kartenmaterials zu verbessern. Und genau wie bei Wikipedia hat das die selben Auswirkungen: Gewisse Regionen sind eher schlecht erfasst, andere pingelig genau und mit einem Detailgrad, den die Konkurrenz alt aussehen lässt.

So hat ein Benutzer beispielsweise für den Vita Parcours im Zürcher Käferbergwald den Standort jeder einzelnen Tafel erfasst inklusive der darauf beschriebenen sportlichen Fitnessübungen.

Mitmachen
Wer dazu beitragen möchte, das Openstreetmap noch genauer wird, kann sich auf der Website kostenlos anmelden - und dann die Karte ergänzen (siehe Video unten). Wer bemerkt, dass zum Beispiel seine Quartierstrasse nicht auf Openstreetmap eingetragen ist, kann diesen Mangel beheben. Das geht ganz einfach mit einem GPS-Gerät oder einem Smartphone und einer beliebigen oder fur OSM optimierte Tracker-App.

Mit dem Gerät schreitet man die auf Openstreetmap noch nicht vorhandene Strasse ab und zeichnet so den ganzen Weg auf. Die daraus entstandene GPX-Datei übertragt man auf den Computer, lädt sie auf Openstreetmap hoch und ergänzt allfällige Infos wie den Strassennamen.

Openstreetmap aus historischer Sicht
Dass eine Gruppe von Menschen gemeinsam eine Karte erstellt  wie bei Openstreetmap ist nicht so neu, wie man meinen könnte, sagt der Kartenhistoriker Martin Rickenbacher (das komplette Interview mit Rickenbacher findet ihr unten).

Schon anfangs des 16. Jahrhundert gab es in Ansätzen die Idee der parzitipativen Vermessungsmethode. Wissenschaftler schickten sich Briefe zu mit Angaben zu ihrer Umgebung und erstellten daraus Karten - Vermessung auf dem Korrespondenzweg quasi.

Kartographie als Thema für Philosophen
Aber die Kartographie beschränkte sich damals auf einen kleinen Kreis von Experten. Das ist heute anders. Dank GPS hat eine Demokratisierung der Vermessungsmethoden stattgefunden. Und dank des Internets kann jeder anderen seine Vermessungsdaten zur Verfügung stellen und teilen. So haben wir heute Zugriff auf Kartenmaterial schnell und günstig wie noch nie.

Das hat auch Auswirkungen auf unsere Raum-Wahrnehmung. Vermessung und Kartographie ist auch ein philosophisches Thema.

Android: OSMTracker, iOS: OSMTrack

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Interview mit Martin Rickenbacher
Hören (21:04)



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