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Mittwoch, 1.2.2012

Schweizer auf den Philippinen entführt

Im Süden der Philippinen sind ein Schweizer und ein Holländer zusammen mit ihrem philippinischen Reiseführer von Bewaffneten verschleppt worden. Wer hinter der Tat steckt und was die Täter damit bezwecken, ist nicht bekannt.

Nach Angaben der philippinischen Behörden sind auf der Insel Tawi-Tawi ein Schweizer, ein Holländer und ihr philippinischer Reiseführer auf offener See entführt worden. Fünf Bewaffnete hätten sie gezwungen, in ein Schnellboot zu steigen.

Entführte sind Hobby-Ornithologen
Einem weiteren Reiseführer sei es gelungen zu entkommen und die Behörden zu informieren, wie ein Sprecher der philippinischen Armee sagte. Die Gruppe habe sich auf dem Weg von der kleinen Insel Tawi-Tawi im Sulu-Archipel zurück aufs Festland befunden. Sie hätten einen 14-tägigen Ausflug in das Archipel gemacht.

Nach Angaben mehrerer Quellen handelte es sich bei den beiden Touristen um Hobby-Ornithologen, welche im Archipel Vögel beobachten wollten. Der philippinische «Klub der Wildvögel» teilte mit, dass der entführte Philippiner dem Verein angehört.

EDA hat Kontakt zu lokalen Behörden
Das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte die Entführung. Die Schweizer Botschaft stehe mit den lokalen Behörden in Kontakt. «Die philippinischen Behörden haben eine Polizei-Operation gestartet, um die Entführten zu finden», heisst es in der Mitteilung.

Zudem habe das EDA Kontakt zu den Angehörigen der entführten Person. Über die Entführer sei hingegen zunächst nichts bekannt.

Gouverneur macht dem Reisebegleiter Vorwürfe
Im Sulu-Archipel operieren mehrere militante islamistische Gruppen, die in der Vergangenheit wiederholt durch Geiselnahmen auffielen. Das EDA rät auf seiner Webseite von Reisen in das Gebiet ab, weil im gesamten Archipel ein Entführungsrisiko bestehe.

Der Gouverneur von Tawi-Tawi, Sadikul Sahali, gab vor Medienvertretern dem philippinischen Begleiter eine Mitschuld an dem Vorfall. Der Reiseführer habe bei der Sicherheit nicht mit den lokalen Behörden zusammenarbeiten wollen, sagte Sahali. (bat, sda/afp/reuters)

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