Leuthard eröffnet Filmfestival Locarno
Bundespräsidentin Leuthard, Festivalspräsident Marco Solari und der neue künstlerische Direktor Olivier Père in angeregter Diskussion. (Keystone)
Prestigeträchtiger Auftakt zur Ära des neuen Direktors Olivier Père in Locarno: Erstmals hat das aktuell höchstrangige Mitglied der Landesregierung an der Eröffnung des Filmfestivals im Tessin teilgenommen.
Leuthard bedankte sich in ihren Begrüssungsworten bei Festivalpräsident Marco Solari für dessen zehnjährige Tätigkeit an der Spitze der Grossveranstaltung. Solari seinerseits bekundete seine Liebe zu Locarno, das zwar provinziell sei, aber dank des Festivals zugleich die «internationalste Stadt der Schweiz».
Auftakt mit streitbarem Film
Nach dem traditionellen Empfangscocktail mit Lob und Dank in alle Richtungen gebührte die Aufmerksamkeit den Filmen. Erster Streifen auf der Piazza Grande war am Abend «Au fonds des bois» von Benoît Jacquot über einen Hypnotiseur, der eine ihm hörige Frau vergewaltigt.
Den eigentlichen Startschuss gab aber bereits am Nachmittag der Klassiker «Heaven can wait» (1943), der erste Farbfilm von Ernst Lubitsch, dem das Festival heuer eine Retrospektive widmet.
Strafferes Programm
Insgesamt werden vom 4. bis 14. August in Locarno 280 Filme gezeigt, 110 weniger als letztes Jahr. Mit über 60 Filmen - davon je zwei auf der Piazza und im Hauptwettbewerb und einem im Wettbewerb Cineasti del presente - ist die Schweiz gut vertreten.
Einen Zuschauerschwund aufgrund der Reduktion der Beiträge nimmt der neue Festivalleiter Olivier Père dabei in Kauf. Ein strafferes Programm sei «von allen Seiten gewünscht» worden.
Die Zuschauerzahlen waren bereits im vergangenen Jahr rückläufig. Das Festival 2009 zählte rund 157'000 Besucherinnen und Besucher - 12,7 Prozent weniger als 2008. Letztes Jahr waren rund 1000 Besucher als Journalisten und 3000 weitere als Professionals akkreditiert. In 40 Ländern erschienen fast 7000 Artikel über das Filmfest. (haem, sda)
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