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  • Filmfestival Locarno 2010: Weniger ist mehr:

Locarno von «A»lain Tanner bis «Z»ombies

Aufbau der Leinwand auf der Piazza Grande. (Film Festival Locarno 2010)

290 Filme zeigt das 63. Filmfestival Locarno dieses Jahr, darunter 50 Weltpremieren. Das sind weniger Filme als im Vorjahr und bereits ein Zeichen, das der neue künstlerische Direktor des Festivals gesetzt hat: Olivier Père will weniger Masse, dafür mehr Klasse.

Zwei Schweizer im Wettbewerb
Im Wettbewerb um den Hauptpreis konkurrieren 18 Filme. Auch zwei Schweizer Produktionen werden dort zu sehen sein. «La Petite Chambre» von Stéphanie Chuat und Véronique Reymond handelt von einem störrischen alten Mann, der sich weigert ins Altersheim zu gehen. «Songs of Love and Hate» von Katalin Gödrös ist ein Familiendrama aus dem Tessin.

Schwuler Zombie
Für Gesprächsstoff sorgen könnte auch der Film des Kanadiers Bruce LaBruce. «L.A. Zombie», der im Wettbewerb um den Goldenen Leoparden läuft und die Geschichte eines schwulen, ausserirdischen Zombies erzählt, wurde eben erst aus dem Programm des Melbourne Filmfestivals gekippt, nachdem die Behörden interveniert hatten.

Über die Vergabe des Goldenen Leoparden entscheiden dann unter anderen der Regisseur Lionel Baier und der französische Schauspieler Melvil Poupaud («Le temps qui reste»).

Boomländer Rumänien und Kanada
Stark vertreten sind dieses Jahr insbesondere die boomenden Filmnationen Rumänien und Kanada. Auf der Piazza Grande - der prestigeträchtigsten Festivalsparte - feiern sieben Filme ihre Weltpremiere, darunter zwei aus der Schweiz.

In «Hugo Koblet - Pédaleur de Charme» spielt Manuel Löwensberg den sportlichen Titelhelden. «Sommervögel (Little Paradise)», der erste Spielfilm des renommierten Dokfilmers Paul Riniker, erzählt die Liebesgeschichte zwischen einem Knastbruder und einer etwas sonderbaren jungen Frau.

Ehrungen für Tanner, Zhang-ke und Lubitsch
Speziell geehrt werden Alain Tanner und Jia Zhang-ke. Der Regie-Altmeister aus der Romandie und sein chinesischer Kollege erhalten einen Ehrenleopard.

Die grosse Retrospektive ist dem deutschen Regisseur Ernst Lubitsch (1892-1947) gewidmet, der vor allem mit seinen Komödien berühmt wurde, die er nach seiner Emigration in die USA drehte.

(bürg/sda)

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