Film-Tipp: Nazi Bashing
Eli Roth und Brad Pitt mit Arbeitswerkzeug (Universal)
«Once upon a time in Nazi occupied France» beginnt der Film: «Es war einmal im nazibesetzten Frankreich.» Damit macht Quentin Tarantino einerseits klar, dass sein Film keine Tatsachen, sondern Märchen erzählt. Anderseits spielt er auf den berühmtesten aller Spaghetti-Western an, auf Sergio Leones «Once Upon a Time in the West», bei uns besser bekannt unter dem Titel «Spiel mir das Lied vom Tod» (1968). Und Tarantino filmt das ganze erste Kapitel exakt im selben Stil wie Sergio Leone. Auch die Musik erinnert an Ennio Morricones legendären Soundtrack. Kenner des Spaghetti-Westerns werden spielend herausfinden, welche Szene Tarantino zitiert. Man muss aber weder diesen noch die anderen Filme kennen, auf die Tarantino anspielt, um «Inglourious Basterds» geniessen zu können.
Wobei: Geniessen ist vielleicht der falsche Ausdruck. Man kann schlecht von Genuss sprechen, wenn einige jüdisch-amerikanische Soldaten unter der Führung von Lieutenant Aldo Raine (Brad Pitt) Nazis mit Baseballschlägern zu Brei schlagen und nachher skalpieren. Selbst hart gesottene Kinogänger schliessen dann mitunter die Augen. Dennoch sollte man sich von solchen typischen Tarantino-Schockszenen nicht abschrecken lassen. Sie sind in der Minderheit. Ansonsten ist der fiktive Film sehr kurzweilig. Die Dialoge sprühen nur so vor Witz. Und die Spannung lässt nie nach.
Der Film gipfelt in der Szene, in der die «Inglourious Basterds» Hitler, Goebbels und Konsorten bei der Vorpremiere eines Nazi-Propagandafilms in einem Pariser Kino ins Jenseits befördern wollen.
Neben Brad Pitt glänzen vor allem die deutschen Darsteller. Martin Wuttke gibt Hitler als kindischen Trotzkopf, der während der besagten Filmvorführung einen Wachsoldaten um Kaugummi anbettelt. Und Christoph Waltz spielt einen SS-Offizier und Judenjäger als schmierigen Taktierer. Köstlich auch Mike Myers verschmitzter Cameo-Auftritt als General der Alliierten.
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