Buch-Tipp: Sabine Küchler «Was ich im Wald in Argentinien sah»
«Als Kind habe ich mich vor dem Wald gefürchtet», schreibt die deutsche Schriftstellerin Sabine Küchler.
Die Schriftstellerin reist - auf Einladung einer Kulturinstitution und zusammen mit einer Fotografin und einem Philosophen - in den argentinischen Nebelwald. Er trägt seinen Namen, weil er bei feuchter Witterung in Wolken und Nebel eingehüllt ist. Schon während der Reise zum Wald hin ziehen Wolken auf - draussen, aber auch in den Gedanken der Reisenden. Regen und Erinnerungen prasseln in Varianten auf sie nieder.
Die Idee der Institution ist es, dass die Reisenden sich auf die Suche nach Spuren von Waldgöttern begeben. Küchler macht keinen Hehl daraus, dass sie eher Geistern denn Göttern begegnet und dass diese Geister an keinem anderen Ort heimisch sind als in ihr selber.
Den eigenen Grenzen begegnen
Küchler zieht los, per Schiff, Flugzeug und Fahrzeugen, über deren Fahrtauglichkeit sie staunt. Sie hat den Auftrag, über das Erlebte zu schreiben, aber wie schreibt es sich, wenn sich andere Gedanken aufdrängen als diejenigen an den Auftrag? Küchler holen Erinnerung ein, daran, wie andere Menschen sie eingeordnet haben und sie hinterfragt, wie sie sich selber einordnet. Der lange Weg durch den Wald bringt sie körperlich und geistig über die eigenen Grenzen hinaus.
Küchler schildert ihre Reise klug und informativ - und «sehen Sie selber»: Am Ende des Buches sind Klebebilder mit Impressionen der Reise angebracht, die man auf die bezeichneten Stellen im Buch kleben kann.
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