Buch-Tipp: Mireille Zindel «Laura Theiler»
Wie in ihrem ersten Roman «Irrgast» hat die einheimische Autorin Mireille Zindel (*1973) eine weitere Geschichte über eine isolierte Frau fein gesponnen.
Die Schweizerin Laura Theiler sitzt in der Lobby des Hotels Shangri-La in Singapur und sucht Glanz. Denn ihrer blättert ab und sie will in ihrer Ratlosigkeit nicht auch noch glanzlos sein.
Ihr Mann - er ist Mitarbeiter eines Pharmakonzerns -, mit dem sie nach Singapur gezogen ist, ist in die Schweiz zurückgekehrt und hat ihr das grosse Haus am Meer überlassen. Dank der Heirat ist Laura Theiler reich geworden. Früher dachte sie, einzig Reichtum berechtige zur Existenz. Nun ist sie sich nicht mehr so sicher: «(...) sie war zu spät im Leben reich geworden, um sich an solchen Reichtum zu gewöhnen.»
Im Kreis der Reichen
Laura Theiler findet Glanz im Aussen: Eine Frau und ein Mann, beide Schweizer, beide reich, lernen sich im Shangri-La kennen und meinen, eine Affäre zu beginnen, doch es ist eine ménage à trois: Laura Theiler lauscht ihren Gesprächen, dringt heimlich ins Zimmer der Frau ein. Sie will eine Nase voll nehmen, vom Geruch nach Geld. Auch wenn sie irritiert festgestellt hat, dass sie sich im Kreis der Reichen, der sich um ihren Mann schliesst, nicht wohl fühlt. Doch das Paar bemerkt ihre Schnüffeleien.
Intelligent wie bei Hitchcock
Es ist eine kühle, kühne aber keine kalte Art, mit der uns Zindel ihre Protagonistin Laura Theiler zeigt. Es mutete unheimlich an, wie Laura Theiler sich dem Paar annähert, intelligent unheimlich, als wären die Szenen aus einem Film von Alfred Hitchcock. (kum)
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