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Dienstag, 7.2.2012

Glencore und Xstrata bilden neuen Megakonzern

Mit der Fusion von Glencore und Xstrata entsteht ein Rohstoffriese, der Abbau, Transport und Verkauf in einer Hand bündelt. Der Deal stösst bei zwei Aktionären von Xstrata auf Widerstand. Sie fordern ein besseres Angebot.

Glencore und Xstrata spannen zusammen. (Reuters/Archiv)

Glencore mit Xstrata - die Megafusion

Bei einer Fusion der Rohstoffhändlerin Glencore mit dem Bergbauunternehmen Xstrata entstünde ein Konzern, der alles abdeckt: vom Abbau, über die Veredelung, bis zu Handel und Transport.

Beitrag aus Echo der Zeit vom Dienstag, 7.2.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Auf dem Rohstoffmarkt entsteht ein neuer milliardenschwerer Grosskonzern: Der weltgrösste Rohstoffhändler Glencore und das Bergbauunternehmen Xstrata haben einen Zusammenschluss unter Gleichen vereinbart.

Damit schaffen sie eine Gesellschaft mit einem Jahresumsatz von fast 210 Milliarden Dollar. Das neue Unternehmen deckt die gesamte Wertschöpfungskette der Branche von der Förderung über den Transport bis zum Verkauf von Rohstoffen ab.

Die beiden kommen auf einen Marktwert von rund 90 Milliarden US-Dollar und einen gemeinsamen operativen Gewinn von gut 16,2 Milliarden Dollar. Der Zusammenschluss soll den Umsatz mittelfristig mindestens um 500 Millionen Dollar verbessern, wie beide Seiten mitteilten.

Widerstand von Xstrata
Jedoch haben zwei der zehn grössten Aktionäre von Xstrata Bedenken angemeldet. Sie wollen gegen den Schritt stimmen und stellen so die geplante Mega-Fusion in der Bergbaubranche in Frage.

Standard Life Investments, der viertgrösste Anteilseigner des britisch-schweizerischen Bergbaukonzerns, ist mit dem Deal unzufrieden. Auch das Finanzhaus Schroders findet die gebotenen 41 Milliarden Dollar für jene 66 Prozent der Aktien, die nicht schon Glencore gehören, zu wenig.

Laut des Finanzdatendienstleisters Thomson Reuters besitzen die Kritiker zusammen 3,6 Prozent der Xstrata-Aktien. Sollten Standard Life und Schroders weitere Aktionäre auf ihre Seite bringen, könnten sie Glencores Pläne zur Schaffung eines Megakonzerns durchkreuzen.

Aktionäre und Wettbewerbsbehörden
Rechnerisch könnte schon eine Minderheit von 16,4 Prozent der Xstrata-Aktionäre die Fusion blockieren. Jedoch empfahl der Xstrata-Vorstand seinen Anteilseignern die Annahme des Glencore-Angebots. Sie müssen nun im April darüber entscheiden.

Branchenexperten sehen die Vorteile eines Zusammenschlusses vor allem für Glencore. Als Rohstoffhändler sind die Margen des Konzerns viel kleiner als die von einem Förderunternehmen wie Xstrata.

Offen ist auch, ob die Wettbewerbsbehörden dem Geschäft zustimmen. In der Branche war erst im Jahr 2010 die Zusammenlegung der Eisenerzsparten der beiden Konzerne Rio Tinto und BHP Billiton am Widerstand der Kartellbehörden gescheitert.

Anders als bei der jetzt geplanten Fusion war damals aber der Zusammenschluss von Produktionsstätten geplant, während sich die Geschäftsfelder von Xstrata und Glencore kaum überschneiden. Zudem käme nach Brancheneinschätzung das fusionierte Unternehmen bei keinem Rohstoff auf einen Marktanteil von mehr als 25 Prozent.

Längere gemeinsame Vergangenheit
Spekulationen über eine Fusion der beiden Konzerne gab es schon länger, vor allem nach dem Börsengang von Glencore im vergangenen Mai, der das bisher grösste Debüt an der Londoner Börse war. Die beiden Unternehmen sind schon seit längerem verbunden.

Glencore-Gründer Marc Rich hatte sich Anfang der neunziger Jahre bei Südelektra eingekauft, das 1999 zu Xstrata wurde. 2002 kaufte das Unternehmen die australischen und südafrikanischen Kohleaktivitäten von Glencore für 2,5 Milliarden Dollar. Das war einer der wichtigsten Bausteine für den ebenfalls in diesem Jahr über die Bühne gebrachten Börsengang von Xstrata. (fors, basn/sda/reuters/dpa)

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Die beiden in der Schweiz angesiedelten Rohstoff-Riesen Glencore und Xstrata könnten bald unter einem Dach vereint sein. Glencore zeigt Interesse an einer Übernahme von Xstrata. Der neue Gigant wäre wohl gegen 60 Milliarden Euro wert.   Mehr


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