Stil-Tipp: Herbstmode
Snood von Missoni
Auch wenn es uns während der derzeitigen Hitzewelle schwer fällt, zu glauben: Der Herbst steht unmittelbar bevor! Schaufensterpuppen tragen bereits jetzt Wintersachen und die Herbstmode-Kataloge flattern ins Haus. Höchste Zeit also, sich mit Herbstmode einzudecken.
Angesagt sind alltagstaugliche, attraktive, detailreiche und liebevolle Kollektionen. Und diese orientieren sich immer stärker am real existierenden Mix and Match-Bekleidungsbild städtischer Menschen. Unübersehbar ist auch der Einfluss der vielen Street-Style-Blogs. Sie haben die Sehgewohnheiten verändert, man sucht heute einen starken Alltagsbezug, auch in der Laufstegmode.
Der neue Look besteht in seiner Grundstruktur aus schmeichelnden «Body-Pieces» aus Jersey, Stretch und Strick, einer betont in die Länge gestreckten Beinpartie und darübergelegten Schichten, die je nach Klima und Zeit anders überlagert werden. Für Frauen zumindest.
Der Mann wendet sich vom steifen Anzug ab und kombiniert freier, also andersfarbige Hose zum Veston, das Ganze immer öfter auch ohne Krawatte, dafür mit einem dicken Schal oder Rollkragenpulli. Die neue Männermode hat etwas von «Working Class Hero», sieht also aus wie von englischen Fabrikarbeitern geliehen: Klassik mit einem robusten Charakter. Wichtigstes Stück ist der zweireihige Mantel.
Im Wesentlichen lassen sich diesen Herbst drei Hauptströmungen ausmachen:
Zur «Softwear» gehören jene Kollektionen, die auf kuschelweiche, drapierte, die Figur einhüllende Kreationen in Strick, haarigen Wollen und weichen Tüchern setzen. Es ist die Mode zum Lebensgefühl des Wellness- und New-Bio-Zeitalters. Miu Miu hat das Super gemacht, aber Missoni ist diesbezüglich der absolute Star der Saison.
«Hardwear» spielt dagegen mit harten Kanten und grafischen Linien, glänzendem Leder und metallischen Applikationen - ein rebellischer Hauch von 80er-Jahre und Disco schwingt mit. Die Pariser Designer lieben diesen Look, etwa Balmain und Givenchy - es gibt alles aber auch schon als Kopie bei Mango und Zara.
Als «Playwear» lässt sich die dritte Strömung erfassen, welche mit eskapistischen, spielerischen und etwas überkandidelten Ideen spielt - hier finden sich Fluchtpunkte aus der Realität und rasch wirkende modische Aphrodisiaka. Marni aus Mailand oder Louis Vuitton sind hier die tonangebenden Kollektionen.
Diese Teile sollte man sich kaufen:
1. Ein überlanger Schal, aus bestem Material und kuschelweich
2. Ein Tunnelschal zum über den Kopf ziehen, ein so genannter «Snood»
3. Ein XL- oder «Boyfriend»-Veston, der ein bisschen zu gross aussieht
4. Gestrickte Leggings oder Beinlinge aus Stretch-Leder
5. Ein Mantel, der so voluminös und schwingend ist wie ein Sofaüberwurf
6. Eine der neuen, weiteren Hosen, die etwas kürzer und am Knöchel eng sind
7. Eine dieser neuen Michael Jackson-Jacken mit Uniformdetails
9. Eine kurze, knappe Lederjacke, Modell «Biker»
10. Stiefel
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