Stil-Tipp: Luxus-Mode für Kinder
Soll man die Kleinen, also unsere Kinder und Jugendliche, so früh wie möglich an die Gesetze der Konsumgesellschaft gewöhnen und ihnen Marken-Kleidung kaufen – oder ist genau das Gegenteil sinnvoll, nämlich sie möglichst lang von diesen Statussymbolen und Suchtmitteln fernzuhalten?
Mehr Geld pro Kind
Die exklusive Kindermode ist ein Wachstumssegment, obwohl in Europa tendenziell immer weniger Kinder geboren werden. Das hat seine Logik: weniger Kinder heisst, dass fürs einzelne Kind mehr Geld zur Verfügung steht. Die Spezialgeschäfte für Kindermode und entsprechenden Abteilungen der Warenhäuser setzten deshalb immer mehr auf klingende Namen. Weil es ja auch ihnen gute Geschäfte und Margen verspricht. Dort gibt es inzwischen, zusätzlich zum Mainstream-Stil der Hip-hopper oder Skater, auch den sexy Rock-Bitch-Chic für kleine Mädchen, die Totenkopf-Nummer für kleine Tokyo-Hotel-Boys oder die früher für Kindermode extrem verpönte Farbe Schwarz.
Kinder wollen grosse Marken
Ist das pervers? Vielleicht. Allerdings kann einer, der viel Geld übrig hat, seine Reserven leicht noch dümmer verheizen als mit einem guten Styling für seinen Nachwuchs. Wer etwas umsichtiger haushalten muss, der wird sich vielleicht besser von diesen Geschäften fernhalten. Fakt aber bleibt: Die Kids wollen „the real thing“, die grossen Marken. Also: echte Ed-Hardy-Shirts und 59Fifty-Schildmützen. Es muss Converse oder Gucci sein, nicht die Kopie vom Vögele. Kinder sind da noch viel radikaler als die Erwachsenen.
Darum sagt der DRS-3-Stilexperte: man kann die Kleinen gar nicht früh genug an die Gesetze der Konsumgesellschaft gewöhnen. Denn spätestens im Kindergarten kommt die Frage nach den Statusartikeln sowieso. Wer dann etwas Übung hat, ist besser gewappnet.
Mail ins Studio – ist Label-Kindermode dekadenter Blödsinn oder eine logische Schule des Lebens? Hier geht’s zur Diskussion mit den DRS-3-Hörern.
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