Stil-Tipp: Cashmere
Zur Gewinnung der kostbaren Wolle brauchts die Unterwolle unzähliger Kaschmirziegen.
Cashmere wird aus dem Fell der Kaschmirziege gewonnen, die im asiatischen Hochland lebt, teilweise auch in Australien oder Schottland, und extreme Kälte aushält. Cashmere ist das feinste Tierhaar überhaupt und wird zum Ende des Winters aus dem Fell der Kaschmirziegen ausgekämmt und nicht, wie etwa bei Schafen, geschoren. Eine einzige Ziege wirft pro Jahr maximal 200 bis 300 Gramm von der feinen Unterwolle ab. Das Material ist superleicht, geschmeidig und warm - und natürlich weich wie keine andere Wolle. Es absorbiert problemlos Feuchtigkeit und isoliert gut.
Allerdings ist nicht alles wirklich Cashmere, was so angeschrieben ist: Cashmere wird oft mit Seide oder Merinowolle gemischt, ohne dass dies deklariert wird. Fachleute gehen davon aus, dass bis zu 50 Prozent der Cashmere-Erzeugnisse zu Unrecht das Etikett «100% Cashmere» tragen. Ein Test der Sendung Kassensturz bestätigte dies drastisch: Nur gerade zwei von acht getesteten Pullovern waren wirklich aus 100% Cashmere. Die restlichen sechs Pullover waren falsch deklariert.
Schützen kann man sich, indem man nicht zu knauserig ist: Bessere, auf Cashmere spezialisierte Marken können sich Skandale nicht so gut leisten und werden sich deshalb hüten, Schwindelware zu verkaufen. Etwas weniger eindeutig ist das bei den Warenhäusern, wo Cashmere teilweise für 50 Franken verkauft wird. Aber wenn etwas sehr billig ist, ist fast nie wirklich 100% Cashmere drin.
Am schönsten sind Klassiker, wie schlichte V- oder Rundhalspullover und weiche Schals. Cashmere hat übrigens von Natur aus eine sehr schöne, weisse bis graubraune Farbe, und Kenner kaufen darum vor allem diese Farbtöne. (jvr)
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