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Donnerstag, 1.4.2010

Stil-Tipp: Das Outfit zur Monsunzeit

Zu Ostern wird es auch heuer wieder kühl und nass, denn es ist ja April, der Monat, in dem es hierzulande nun einmal gerne etwas öfter als sonst regnet. Höchste Zeit also, dass Stil-Exeprte Jeroen van Rooijen über stilvolle Regenkleidung spricht.

Sexy Regenmäntel von Mackintosh. (mackintoshrainwear.com)

Hier sein ABC der wetterfesten Ausrüstung:
Barbour-Jacke: eine der legendären englischen Schlechtwetterjacken - es ist die dreiviertellange Parkaversion aus dem gewachsten, typisch riechenden dunkelgrünen Baumwolltuch. Oft mit Kragen aus kontrastierendem Cord. Erfunden wurde die Jacke Ende des 19. Jahrhunderts von einem Schotten namens John Barbour, der damit auch die englische Armee und Marine ausstattete. Noch heute ist die Barbourjacke ein Merkmal des englischen Landadels.

Cape: Eine heute nicht mehr sehr gebräuchliche, aber im Grunde sehr praktische Mantelform, die weitgehend ohne Nähte und Öffnungen auskommt, und deshalb eine gute Ausrüstung gegen den Regen ist. Natürlich gehört zu so einem Cape eine Kapuze, sonst wärs ein > Poncho.

Galoschen: Eine wunderbare Erfindung, die es dem eleganten Herrn (und neuerdings auch der Dame!) ermöglicht, trotz Regenwetter mit ordentlichen Schuhen aus dem Haus zu gehen. Die Gummi-Überschuhe, die es heute in zahlreichen Farben gibt, werden über die Business-Schuhe gezogen und schützen so Leder und Sohle vor Nässe. Die originellsten Modelle kommen von Swims aus Skandinavien, es gibt dort sogar Überzieher für High Heels.

Kleppermantel: Das ist ein um 1920 vom deutschen Schneidermeister Johann Klepper entwickelter, mit Gummi beschichteter leichter Baumwollmantel, der wasserundurchlässig und sehr reissfest war. Für Ventilation sorgten Schlitze und Ösen. Seit Ende der sechziger Jahre gabs den Kleppermantel in dunkel glänzendem Lack. Der Mantel, der zahlreiche Patente trägt, war bis Mitte der achtziger Jahre ein durchaus valables Kleidungsstück gegen Schlechtwetter - heute ist er eigentlich nur noch in der Fetisch- und Sadomaso-Szene in Gebrauch.

Mackintosh: Der mit einer regenabweisenden Kunststoffschicht bezogene Mantel schlechthin. Der kurz auch einfach «Mack» genannte Mantel geht aufs Jahr 1824 und seinen schottischen Erfinder Charles Macintosh zurück. Die Marke Mackintosh gibt es heute noch, und sie produziert wunderbar farbenfrohe, gummierte Regenmäntel mit komplett verklebten Nähten, in denen man auch während Stunden im Regen trocken bleibt.

Ostfriesennerz: Das ist der gebräuchlichste Name für diese in Norddeutschland typische, knallgelbe Regenjacke mit Kapuze, die aus einem dicken, mit PVC-Kunststoff beschichteten Tuch genäht ist. Ursprünglich wurde die Jacke für Berufssfischer entwickelt, die ja naturgemäss viel mit Nässe zu kämpfen haben. Sie ist nicht besonders atmungsaktiv oder warm, aber sehr effizient gegen Regen. Der Friesennerz war in den siebziger Jahren extrem beliebt und wird bis heute hergestellt. Das Original ist von Jeantex und wird heute noch unter diesem Markennamen gefertigt.

Poncho: Den sieht man meistens aus rustikalen bunten Stoffen bei den Peruanern, die in der Bahnhofunterführung Panflöte spielen - ein gerades Stück Stoff mit einem Loch, aus dem man den Kopf raussteckt. Einfach, aber effizient. Ponchos sind heute vor allem im Bereich der Velo-Regenkleidung beliebt, weil man sie nach vorne über den Lenker spannen kann und dahinter trocken bleibt.

Südwester: Ursprünglich die Kopfbedeckung der deutschen Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika, daher der Name. Damals ein feldgrauer Hut, bei dem die Krempe seitlich hochgeknöpft werden kann. Heute versteht man unter dem Südwester eher den in Norddeutschland typischen Regenhut mit langer Nackenkrempe oder «Nackenschirm», der  verhindert, dass Regen vom Hut in den Kragen läuft. Das Baumwollinnenfutter hält den Kopf nicht nur warm, sondern macht das Tragen auch angenehmer. Am Hutband gibts einen Schieber, der für sicheren Halt sorgt

Trenchcoat: Der Trenchcoat wurde von Thomas Burberry für Soldaten entwickelt und bekam seinen Namen in den Schützengräben («Trenches») des ersten Weltkriegs. In diesen feuchten, offenen Gräben war ein leichter, aber regenfester Mantel sehr wichtig. Der Trench hat bis heute mit Schulterklappen, Gürtel und Rückensattel militärisches Flair behalten. Er ist für Männer und Frauen die eleganteste und zeitloseste Form der Regenkleidung. Gerade jetzt sieht man wieder sehr viele Trenchcoats in der Mode, und die coolsten sind noch immer die von Burberry.

Wassersäule: Die Wassersäule ist ein Begriff aus dem Textillabor und beschreibt die Wasserdichtigkeit von Outdoor-Textilien. Bei dem Prüfverfahren wird im Labor ein zehn Quadratzentimeter grosses Stück Stoff unter ein Messrohr gespannt und während 24 Stunden beobachtet, wie hoch die Wassersäule sein darf, bis sich aufgrund des Drucks Wassertropfen auf der Unterseite des Stoffs bilden. Wasserdicht ist ein Bekleidungsstück bereits ab einer Wassersäule von 1,3 Meter. Gute Regenbekleidung erfüllt diese Norm auf jeden Fall. Es gibt auch Regenbekleidung, die Wassersäulen von mehr als 12 Metern aushält. Allerdings sind auch bei solchen Modellen oft die Nähte, wo zuerst Wasser eindringt, die Schwachstellen,

Wellingtons: Das ist der internationale Begriff für Gummistiefel. Der Name geht zurück auf Arthur Wellesley, den ersten Duke of Wellington, der den damals erfundenen Gummistiefel im 19. Jahrhundert perfektionierte und zum modischen Must für den englischen Landadel machte, der ja des öfteren im matschigen Grasland herumzustapfen pflegte. Die besten Gummistiefel aus Naturkautschuk gibts heute von Marken wie Hunter oder Le Chameau. (jvr)

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Das ABC der Schlechtwetterbekleidung
Hören (6:00)

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Stil-Ikone und Mode-Journalist Jeroen van Rooijen sagt Euch, wie Ihr immer perfekt gestylt daherkommt und welche modischen Fettnäpfchen es zu vermeiden gilt, wollt Ihr draussen auf der Piste nicht zum Gespött der anderen werden.

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