Stil-Tipp: Die Trendfarben des übernächsten Sommers sind bestimmt
Von Natur- bis zu künstlichen Tönen: Diese Farben sollen den Sommer 2012 dominieren, wenn es nach dem Schweizerischen Textilverband geht.
In London tagte über Pfingsten der internationale Farbsachverständigen-Verein Intercolor, in dem sich zweimal jährlich Experten aus 16 Nationen dazu beraten, was die langfristige Farb- und Trendentwicklung betrifft.
Warum beschäftigt man sich schon jetzt mit dem Sommer 2012? Für die Konsumenten, die jetzt langsam die neuen Sommerkleider 2010 kaufen, sind die Farbthemen des Sommer 2012 natürlich irrelevant bis unverständlich. Dennoch gibt es schon jetzt eine ganze Reihe von Industrien und Fachleuten, die auf diesen Termin hin arbeiten.
Die Empfehlungen der Intercolor-Konferenz richten sich primär an die textile Vorstufe, also Garn- und Stoffentwickler, aber auch an Farbpgimenthersteller und die chemische Industrie. Die Empfehlungen gehen auch an Branchen mit eher langfristigen Produktzyklen wie etwa die Autobauer. Die sind ja teilweise schon weiter als 2012, was die technische Entwicklung angeht.
Locker bleiben
Es wurde viel von Leichtigkeit und Neuanfang gesprochen, von der Notwendigkeit, «das Herz zu öffnen» (Japan), sich «auf eigene Beine zu stellen» (Italien), «die genussorientierten Aspekte des Lebens zu akzentuieren» (Finnland) oder gar die «Leichtigkeit des Seins» zu genießen (England).
Portugal brachte ein engagiertes Votum dafür ein, nach der Stagnation und Lähmung der letzen Jahre nun wieder etwas zu riskieren, Fehler zuzulassen und sich nicht von Marktforschung und Konsumentenbefragungen verrückt machen zu lassen.
Kühleres 2012
Klimatisch wie farblich wird 2012 kühler, so Ungarn, wogegen Frankreich allerlei «Vibrations» ausmacht, von wässrig und luftig bis neoklassisch und künstlich. China nahm Bezug auf die Weltausstellung in Shanghai und sprach sich, ganz auf der Linie der Expo, für «clean energy issues» aus und formulierte die Hoffnung auf «ein besseres Leben in sauberen Städten».
Thailand sieht zu, wie sich die Grenzen zwischen einst als «real» empfundenen Dimensionen mit virtuellen Realitäten vermischen. Die Türkei vertraut auf den effizienzsteigernden Einsatz von vorfabrizierten Elementen, in der Architektur, aber auch in Design und Kleidung.
Deutschland sucht das Heil dagegen eher im Vertrauten und familiären - gute, ehrliche Qualität und ursprüngliche Materialien sind dabei genau so bedeutend wie technische Neuentwicklungen.
Natur vs. Künstlichkeit
Starke Gemeinsamkeiten punkto Farben gibt es im Bereich der staubig-pastelligen Töne, aber auch in Bezug auf eine relativ dunkle Palette intensiver, kräftiger und fast artifizieller Farben.
Dazwischen war auch viel Lust an zuckrig-glasierten Farben spürbar. Die gemeinsam erarbeitete Farbkarte für Sommer 2012 umfasst sechs relevante Farbklänge, welche die Intercolor-Delegierten nun an ihre Gremien und Landesorganisationen zurückspielen.
Dieser Sommer
Doch bevor der Sommer 2012 startet, ist diesen Sommer blau angesagt. Die Schaufenster in London sind voll der Farbe Indigo. Das Jeansblau trägt man am besten kombiniert mit weiss - und gestreift wie Matrosen. (jvr)
Die Trendfarben des Sommers 2012
Sechs Farbgruppen wurden an der Intercolor-Tagung bestimmt. Was wir daraus machen, ist uns überlassen. Die DRS 3-Empfehlung: Safran, Kupfer und Khaki. Die passen zusammen, sind im Trend und für sich interessant.
| 1. Gruppe |
Eine gräuliche Palette staubiger, aber gleichwohl frischer Töne, leicht und trasparent. |
| 2. Gruppe | Eine von vegetalen und submarinen Welten inspirierte Auswahl wässrig-fließender Farben. |
| 3. Gruppe |
Zuckrig und kandiert, milchig und unbeschwert - eine leichte Auswahl frischer Bonbontöne. |
| 4. Gruppe |
Eine neo-klassische Auswahl modifizierter Evergreens wie Beige, Rot und Marine. |
| 5. Gruppe | Natürlich trifft artifiziell - eine hybride Palette aus erdigen Tönen und vitalisierenden Noten. |
| 6. Gruppe | Die «freien Radikalen» mit einer leuchtenden Neon-Komponente. |
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