Stil-Tipp: Das Schaulaufen der Manager am SEF
Am Outfit von Daniel Vasella hat unser Stil-Experte nichts auszusetzen. (key)
Am SEF spricht der DRS-3-Stilkritiker im Rahmenprogramm für Begleitpersonen über das Thema Business-Dresscodes. Seiner Meinung nach fehlt es den meisten Schweizer Wirtschaftsführern an Willen zur modischen Exzellenz, an Individualität und Mut, den klassischen Kontext des Businessanzugs mit eigenen Ideen zu bereichern.
Die meisten tragen ihre Anzüge wie eine Uniform, ohne den Hauch von Individualität. Dabei ist ein guter Anzug das Rückgrat des männlichen Kleiderschranks - die erfolgreichste und langlebigste modische Entwicklung der westlichen Welt. Und der Anzug ist gnädig. Fast jeder Mann sieht in einem Anzug besser aus als in einer Freizeithose und T-Shirt.
Die bestgekleideten Topshots
Es gibt aber auch Schweizer Stilvorbilder im Anzug, etwa Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand, dessen Anzüge Schliff haben und perfekt auf seine Körpermasse abgestimmt sind. Auch das Outfit von Daniel Vasella oder der Anzug des deutlich jüngeren Philippe Gaydoul sitzt gut.
Ein Stilkönig in Sachen Männermode ist auch der St. Galler Designer Albert Kriemler und der bestangezogene Bundesrat ist Monsieur Didier Burkhalter aus der Westschweiz. Vor Burkhalters Wahl konnte Moritz Leuenberger diesen Titel für sich beanspruchen.
Bei den Frauen führen Bruderer und Calmy-Rey
Bei den «leading Ladies» der Schweiz sieht Jeroen van Rooijen mehr lobenswerte Ausnahmen: etwa Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer, die als smarteste und eleganteste Frau unter der Bundeshauskuppel genannt werden darf - auch sie tritt in Interlaken am SEF auf.
Coolste Bundesrätin ist natürlich Micheline Calmy-Rey. Bei den weiblichen Topshots aus der Wirtschaft gefällt Carolina Müller-Möhl, die einen zwar zurückhaltenden, aber bestimmten Stil hat.
Geht gar nicht: dunkles Hemd zum Anzug
Schwere Fauxpas für die Businessgarderobe sind etwa: Billiger Schmuck und offensives Make-up; ärmellose T-Shirts und Blusen; schlecht sitzende Kleidung, in der man unnötig seine Energiereserven zur Schau stellt; Stretchhosen; zu kurze Röcke und offene Schuhe, in denen man die Zehen oder die Ferse der Frau sieht.
Die Männer können sich zuverlässig blamieren, wenn sie dunkle oder sogar schwarze Hemden zu Anzügen tragen, etwa auch mit einer viel helleren Krawatte. Schlimm sind auch Handytäschli am Gürtel oder kurze Söckli. (jvr)
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