Stil-Tipp: Was die Haute Couture noch für Einfluss hat
Neue Kleidchen für die edlen Damen. Dieses Design zeigt der libanesische Designer Elie Saab letzten Januar in Paris. (key)
Die Trends kommen heute längst nicht mehr vom Laufsteg, sondern immer mehr von der Strasse. Und es sind heute noch nicht einmal mehr die oberen Zehntausend, die sich in Haute Couture kleiden.
Doch es gibt Hollywood-Stars, Musikerinnen und andere Damen von öffentlichem Interesse, die besonders glamouröse Roben für den roten Teppich brauchen, und für diese Menschen bietet die Haute Couture Inspirationen.
Bei Dior oder Chanel wird wieder das obligate Dutzend Stars sitzen, die von mehr oder weniger regionalem Interesse sind, sowie ein paar Reihen mit Damen von gesellschaftlichem Rang, die ein neues Kostümchen brauchen.
Immense Bedeutung in der Vergangenheit
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und in den fünfziger und sechziger Jahren, bevor der internationale Siegeszug der industriell gefertigten Designerkleidung begann, hatten die Haute-Couture-Schauen noch eine immense Bedeutung - sie waren der zentrale Fokuspunkt der Modewelt.
Damals wurden die Couturiers auch noch kopiert, und um das zu verhindern, war die Presse nur sehr selektiv dabei und musste versprechen, erst über die Schauen zu berichten, wenn die Couturiers ihre Geschäfte mit den neuen Ideen gemacht hatten.
Es gibt heute auch nur noch ein paar ganz wenige Schweizer Firmen, die noch Beziehungen zur Haute Couture pflegen, etwa Jakob Schläpfer in St. Gallen, aber der ganz grosse Rest hat in andere Bereiche diversifiziert oder ist verschwunden.
Internationale Schlagzeilen bleiben
Dennoch ist die Haute Couture faszinierend: Manche Dinge wären ohne diese Topliga der Schneider unwiederbringlich verloren. Die Couture ist nach wie vor die höchste Form der textilen Handwerkskunst, und von diesen Erfahrungen können auch andere Linien eines Hauses profitieren.
Ausserdem sind diese Schauen von grossem kommunikativen Wert - sie generieren internationale Schlagzeilen. Deswegen sind seit einer Saison auch die Top-Juweliere oder Haute Joailliers (Boucheron, Chaumet, Van Cleef & Arpels und andere ) in Paris auf den Zug aufgesprungen, um den reichen Damen zu den teuren Roben noch ein paar dicke Klunker zu verkaufen oder ein bisschen von der Weltöffentlichkeit zu profitieren. (jvr.)
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