Stil-Tipp: Die Fashion Days in Zürich
Braucht Zürich eine Modewoche? Ob es das ist, was sich die schöne Monica Cruz, das Aushängeschild des Anlasses, hier in der vordersten Zuschauerreihe überlegt? (key)
Die Frage, die man sich anlässlich der Zurich Fashion Days aber stellen muss, ist: Braucht es jetzt in Zürich überhaupt eine Fashion Week? «Nein», sagt DRS-3-Stilexperte Jeroen van Rooijen, «die Branche rennt schon jetzt genug herum, und mit Berlin gibt es neuerdings sogar einen fünften wichtigen Saisontermin auf dem internationalen Modekalender».
Die Berliner Modewoche habe aber ihre Berechtigung, weil sie an zwei höchst erfolgreichen Messeplattformen andockt. Einen solchen Rahmen gibt es in Zürich nicht: Es gibt hier keine relevante Modemesse oder lokal ansässige Modebranche, die jetzt eine Fashion Week erzwingen würde.
Alledings ist Zürich - zumindest aus Sicht des Veranstalters einer solchen Modewoche - als grösste Schweizer Stadt durchaus prädestiniert für eine solche Plattform, und natürlich tut es der Stadt gut, nicht nur immer mit Banken-Krisen und Steuerflüchtigen, sondern auch mal mit anderen, etwas erfreulicheren Themen assoziiert zu werden.
Mode für ein kaufkräftiges Publikum
In Zürich leben Menschen, die gerne ausgehen und Geld ausgeben, und diese hat der international tätige Sportmarketing- und Eventveranstalter IMG im Visier, der die Fashion Days in Zürich veranstaltet. Und darum richten sich die Zürcher Modenschauen dieser Tage, anders als in Paris und Mailand, nicht an ein Fachpublikum, sondern an eine breite Öffentlichkeit, die Spass haben will und auch mal erleben möchte, wie solche Modenschauen von nahe aussehen.
Im besten Fall entsteht durch die Initiative von IMG in Zürich am Ende etwas, das Zürich ins internationale Mode-Rampenlicht rückt, wenigstens für ein paar Tage. Wenn alle ihre Sache gut machen, und das wird man Ende dieser Woche wissen, dann profitieren die Stadt, die Designer, das Publikum und der Veranstalter - und natürlich der Hauptsponsor der Veranstaltung, der diese Plattform dazu nutzt, sich ein jüngeres, frischeres Image zu geben.
Ob es allerdings reicht, dass Charles Voegele dafür die Schwestern Moncia und Penelope Cruz als Designerinnen anheuert, bezweifelt der DRS-3-Modefachmann: «Natürlich gehört zu einem wirklich nachhaltigen Turnaround einer Marke mehr als vier schön geschminkte Augen, die übrigens denselben Job vor nicht allzu langer Zeit auch schon für Mango gemacht haben». (jvr)
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