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09.10.2010

Stil-Tipp: Oh, Tannenbaum!

In den guten Stuben wird jetzt so langsam für Weihnachten aufgerüstet. Papi holt sich eine Tanne auf dem Markt, und Mami schleppt die Kiste mit Lametta und Christbaum-Kugeln vom Estrich. Jedes Jahr dasselbe Ritual. Oder doch nicht?

Auch wenn wir zu Weihnachten gern zu Traditionalisten mutieren: es geht auch anders, z.B. mit selbstgebastelten Bäumen aus recykliertem Material.

Viele Menschen dekorieren ihre Bäume jedes Jahr genau so, wie es schon ihre Eltern und Grosseltern getan haben. Denn Tradition ist bei diesem Fest ein wichtiges Element. Doch der Christbaum, dessen Ursprünge in heidnischen Bräuchen vermutet werden und der in Europa erst seit dem 19. Jahrhundert gebräuchlich ist, wird heute auch als repräsentierendes Statussymbol gesehen, mit dem man seinen Nachbarn oder der erweiterten Familie Reichtum und ästhetische Kompetenz demonstrieren will.

Doch wer sagt denn, dass ein schöner Christbaum immer eine Tanne sein muss? DRS-3-Stilfachmann Jeroen van Rooijen hat ein paar kreative Alternativen zum traurigen Nordmann-Tännchen zusammengestellt:

Die Leiter
Im Trend sind so genannte «Spontanbäume», die die Form eines Christbaums oder eine Tanne nachahmen oder dieser ähnlich sehen, nicht aber eigentliche Bäume sind. Man kann sie etwa aus Haushaltsleitern formen, die man dann mit Windlichtern vollstellt oder mit Girlanden dekoriert.

Der Vorteil ist, dass man diese Art von Weihnachtsbäumen nicht wegschmeissen muss. Lustig sind auch an die Wand geklebte Spontanbäume aus farbigen Post it-Zettelchen oder ein Baum aus Büchern und Heftli, den man im Bücherregal aufschichtet.

Aus alt mach neu
Recycling passt sehr gut zum Zeitalter von Nachhaltigkeit und bewusstem Konsum. Im Norden Europas sind darum Restholz- oder Brettlibäume gerade sehr populär, die aus ein paar Latten zusammengenagelt sind. Sie kosten fast nichts und sehen witzig aus.

Man kann aber auch aus leeren Flaschen - vorzugsweise grünen Weinflaschen, damit's auch wie ein Baum aussieht! - einen Baum auftürmen. Festlich siehts dann aus, wenn man ein paar Kerzen in die Flaschenhälse steckt. Voraussetzung für diesen Baum ist aber, dass man keine herumrennenden Kinder oder Haustiere hat, sonst klirrt es.

Wenn Weihnachten kopfsteht
Spassvögel empfehlen auch imemr wieder gerne den Upside down-Baum. Dabei wird die Zimmertanne kopfüber von der Decke gehängt, sonst aber ganz normal wie ein klassischer Weihnachtsbaum dekoriert. Das ist wunderbar irritierend, bietet reichlich Platz, Geschenke aufzutürmen - und man kann auch problemlos darum herum staubsaugen.

Der Gaga-Baum
Zeitgeistig ist auch der Celebrity-Baum, vollgehängt mit aus Illustrierten ausgeschnittenen und auf schwarzen Halbkarton geklebten Bildnissen der «Heiligen» unserer Zeit - von Angelina Jolie, Brad Pitt, Gölà, Miss Schweiz bis zu Lady Gaga. Die wichtigsten Bastelmaterialien dazu findet man auf jedem Altpapierhaufen - oder am Kiosk.

Kühle Ästhetik
Schliesslich der Avantgarde-Baum, gebaut aus Plastik-Kabelbindern und zwölf industriellen Leuchtstoffröhren - ideal für alle, welche der kühlen Schönheit der futuristischen, nun eingemotteten Zürcher Weihnachtsbeleuchtung nachtrauern. (jvr)

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Jeroen van Rooijen über Alternativen zum klassischen Weihnachtsbaum
Hören (5:48)
Die etwas anderen Weihnachtsbäume (Bildstrecke)
Die etwas anderen Weihnachtsbäume
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