Stil-Tipp: Karohemden - nicht nur für Holzfäller
Auch bei den Hipsters der Musikszene stehen Karohemden hoch im Kurs - da trägt natürlich auch Conor Oberst von den Bright Eyes eins.
Karohemden sind bestimmt kein neuer Trend, viel mehr kehrt ein alter zurück. Ein kurzer Blick auf die Musikbühnen der Vergangenheit zeigt, Musiker haben sich schon immer pudelwohl in Flanell und Karo gefühlt.
Das karierte Männerhemd ist ein Klassiker, den bereits die Cowboys gerne trugen. Es «riecht» nach Lagerfeuer und Abenteuer, nach Wald und Viehzucht und war letztmals etwa 1975 richtig gross in Mode, damals allerdings mit deutlich längeren Kragenspitzen als jetzt.
In der Zwischenzeit war es vor allem bei Handwerkern beliebt: das rot-schwarze Karohemd gehört zum Holzfäller, manche tragen es auch gelb-schwarz kariert. Das blau karierte Hemd ist nach alter Schule das des Klempners oder Küchenhandwerkers. Veterinäre tragen oft karierte Hemden mit grünem Fond.
Und nun tragen es also auch die urbanen Hipsters. Weil sich die Mode derzeit stark für Urchigkeit begeistert und ein neues Männerbild mit Bart und kernigen Stiefeln propagiert. Da hat das Karohemd natürlich gute Karten, denn es hat eine ausgesprochen maskuline Geschichte.
Karo für mannliche und weibliche Hipsters
Das neue Karohemd ist allerdings kürzer, taillierter und sexier geschnitten, es hat eine knappe Schulter und einen hoch sitzenden Ärmel, um eben nicht so baggy und sackförmig auszusehen wie die Überhemden der Stammkundschaft. Es hat oft dekorative Extras, wie im diagonalen Fadenverlauf zugeschnittene Taschen mit Klappen, Schulterpatten, Perlmuttknöpfe oder aufgenähte Badges.
Am Anfang waren es fast nur Männer, die das Karohemd kauften, doch nun sieht man immer öfter auch junge Frauen, und zwar nicht nur burschikose Lesben, die das Karohemd auch immer schon gerne trugen.
Kombiniert wird das Karohemd heute zur schmalen schwarzen Hose, zu einer hellen Chinohose mit schmalem Bein, zu Biker- oder Cargohosen mit modischem Flair, oder - wenn man die Beine dafür hat - auch zum Minirock oder Shorts. Fehl am Platz ist es eigentlich nur zum Anzug oder Kostüm, denn es bleibt, was es immer schon war: ausgesprochene Freizeitmontur. (jvr)
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