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20.04.2011

Stil-Tipp: Glamping = Glamour + Camping

Bald füllen sich die jetzt noch verwaisten Zeltplätze dieser Welt wieder, und es könnte gut sein, dass dort ein paar neue Gesichter anzutreffen sind, denn: Camping ist wieder in Mode, oder besser noch: Glamping.

Gepflegt zelten lässt sich beispielsweise im Le Grande Oust in der Bretagne.

Das Wort ist eine neumodische Wortkreuzung aus Glamour und Camping, und es beschreibt denn auch ziemlich genau, worum es geht: um glamouröses, also veredeltes Camping mit einem extra Schuss Lifestyle.

Es geht also nicht darum, möglichst billig oder einfach irgendwo Ferien zu machen, sondern darum, auch beim Zelten oder Herumvagabundieren eine gewisse Lebenshaltung von Stil und Schönheit zu pflegen.

Gepflegtes Interieur im stylischen Zelt
Es wird zwar auch im Zelt oder Wohnmobil geschlafen und die Nähe zur Natur gepflegt, doch alles ist ein bisschen verfeinert. Statt Wurfzelt hat man schicke Tipi-Zelte oder Jurten und statt Schlafsack und Isomatte elegant ausgerüstete Wohnmobile mit Lattenrost und Daunenduvets.

Natürlich sind Glamping-Zelte etwas luxuriöser und grösser. Schön sind auch die grossen, alten Segeltuch-Zelte, wie sie die Firma Spatz noch immer herstellt! Populär sind auch so genannte Glamping-Sites, wo die Zelte schon stehen, teilweise auf Stelzen und Podesten, mitsamt eigener Dusche.

Nicht den Massen nach
Man findet sie in ganz Europa, oder auch in Asien und Afrika. Gerade die Franzosen haben die Nase früh im Wind gehabt und gerade an der Atlantiküste ganz schön aufgerüstet. Ihre Anlagen bieten im Prinzip den Komfort von Fünfsternehotels unter freiem Himmel.

Sogar in der Schweiz gibt es inzwischen Glampingplätze. Wichtig ist jedoch immer, sich gegen den Strom der Masse zu bewegen: In den Süden fährt man nur in der Vor- oder Nachsaison, gegen Norden oder nach Skandinavien dafür im Hochsommer.

Auch die Hersteller von Wohnmobilen haben auf den Glamping-Trend reagiert: die neuen, sehr viel wendigeren und dennoch komfortableren Camper, wie sie etwa VW herstellt, haben nur noch wenig gemein mit den schwerfälligen, wuchtigen Hymer-Mobilen oder den Plastik-Wohnwagen, welche bald wieder über die Alpen Richtung Süden kriechen.

Nichts für Schlabberhosenfetischisten
Campingplätze sind bekannt für Menschen in Shorts, T-Shirts und Flipflops, die unter dem Vorzelt ihres Wohnwagens vor einem rauchenden Gasgrill hocken und nicht mehr ganz frisch sind, bzw. für Teenager, welche leere Bierbüchsen vor ihren Nylonzelten stapeln - Glamper sehen anders aus!

Sie haben dazu ihre schönsten Sachen mitgebracht. Natürlich keinen Smoking und Lackschuhe oder Cocktailkleid und High Heels, aber schöne, wertvolle Kleider mit einem guten Schuss Authentizität. Die richtigen Pantoffeln, einen schönen Schlafanzug, ein cooles Daunengilet für die kühleren Abende vor dem Zeltbungalow, bevor man den guten Rotwein austrinkt und im Zeltbungalow verschwindet.

Die kanadische Modemarke D-Squared hat das Thema Glamping übrigens vor kurzem auch auf den Laufsteg gebracht und eine ganze Modekollektion darum herum kreiert.

Links:
Go Glamping
Gentleman Camper

 

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