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Mittwoch, 4.5.2011

Der Wohnzimmer-Teppich ist wieder im Trend!

25 Jahre lang hat man sie verschmäht, doch nun begeistert sich die Designwelt wieder für den platzierten Teppich, der nun auch künstlerische Ansprüche anmeldet. Der DRS 3-Stilexperte Jeroen van Rooijen über den alten neuen Trend.

Neu interpretiert: Teppiche sind wieder im Trend. (Ruckstuhl-Lapis)

Seit den siebziger Jahren, als Teppiche letztmals gross in Mode waren, hat man andere Arten von Bodenbelägen bevorzugt: Parkett, Laminat, Linol, Kork, Tonplatten, Marmor oder auch gegossener Beton. Doch jetzt ist der Teppich zurück, denn er ist wohnlich und sorgt für Behaglichkeit, und das ist eine Qualität, die man im extrem coolen, schlichten und geradlinigen Bauen manchmal ein wenig fehlt.

Die neuen Teppiche sind so genannte «Talking pieces», also eigentliche Einrichtungsobjekte, die entweder mit einer ungewöhnlichen Form, sehr grafischen Mustern oder einer extremen Oberfläche auf sich aufmerksam machen.

Platzierte Hingucker
Sie sind in der Regel Eyecatcher, also Teppiche, die sich nicht diskret unterordnen und sich unter dem Salontisch verkriechen, sondern plazierte Hingucker, die einen künstlerischen Anspruch haben. Oft sind es so genannte Designereditionen von namhaften Gestaltern. Ausserdem kann er einen Farbtupfer setzen, ohne dass man gleich Wände streichen muss.

Es sind Hersteller aus ganz Europa, die von sich reden machen, vor allem aus dem Norden, also aus Benelux und Skandinavien - manche davon sind neu im Geschäft, wie Scholten & Bajings oder Tiftix, doch es gibt teilweise auch sehr traditionelle Marken wie Nanimaquina aus Spanien oder Ruckstuhl aus der Schweiz, die schnell reagiert haben und vom neuen Teppich-Boom profitieren.

Teurer Luxus oder ab zum Brockenhaus
Auch der grosse Schweizer Möbelhändler Pfister aus dem aargauischen Suhr hat in seiner jungen Atelier-Linie schöne Modelle.

Viele dieser Teppiche sind echte Design-Preziosen und haben entsprechende Preise, die schnell vierstellig sind. Doch das kosten traditionelle, handgeknüpfte Perser ja auch oft. Wer das nicht aufbringen will, der kann sich wie gesagt im Brockenhaus eine Menge kleinerer, abgenutzter Perser holen, um sie zu einer kleinen Teppichlandschaft zu arrangieren.

Das sind die 10 coolsten neuen Teppiche:

1. Entfärbte und als Patchwork neu zusammengesetzte, alte Perserteppiche von Tiftix  aus Holland, www.tiftix.nl - Ähnliche Modelle gibt es auch von Limited Editions aus Belgien, www.limitededition.be

2. Teppiche mit Streifenmustern wie alte Ferseh-Testbilder von Scholten & Bajings, www.scholtenbaijings.com

3. Bunt leuchtender Teppich aus rezyklierten indischen Saris von Ethos, www.abccarpet.com

4. Schwarzweiss karierter, handgetufteter Teppich von Stéphane Dafflon bei Atelier Pfister, www.atelierpfister.ch

5. Unregelmässig gefilzte Schurwollteppiche von Claudy Jongstra bei Ruckstuhl, www.ruckstuhl.com

6. Wollfilzteppich „Lapis" in der Form von übereinander liegenden, flachen Steinen von Alfredo Häberli für Ruckstuhl, www.ruckstuhl.com

7. Reliefartige 3-D-Landschaft aus Schaumstoff-Stäbchen von Laurens van Wieringen, http://www.laurensvanwieringen.nl/carpet/

8. Wollfilzteppich mit dem Motiv eines ausgebleichten englischen Union Jack von Vivienne Westwood für The Rug Company, www.therugcompany.info

9. Kelimteppich „Losanges" von Ronan & Erwan Bouroullec für Nanimarquina, www.nanimarquina.com

10. Langflorige Neo-Flokatis im Stil von feinen Korallen oder XL-Wollschlaufen von Danskina aus Holland, www.danskina.com

Jeroen van Rooijen

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