Hitliste: Hier wohnen die nachlässigsten Stimmbürger der Schweiz
Dieses Wochenende stehen wieder zwei wichtige Abstimmungen an.
Nicht mal die Hälfte der stimmberechtigten Schweizerinnen und Schweizer werden wohl diesen Sonntag an die Urne gehen. 1912 war das noch anders, damals war die durchschnittliche Stimmbeteiligung bei rund 65 Prozent.
Heute ist das anders. Für das Jahr 2010 prognostiziert das Bundesamt für Statistik eine um einen Fünftel tiefere Stimmbeteiligung. Und es sind vor allem die Jungen, die nicht an die Urne gehen. Das falle «krass» auf, sagt Lukas Golder vom Forschungsinstitut GfS.
Wer geht an die Urne?
«Die Unterschiede zwischen den Unter 30-Jährigen und allen andern ist oft bei über zwanzig Prozent», sagt Politologe Andreas Golder. Doch das Alter ist nicht der einzige Faktor. «Je höher der Bildungsgrad, desto höher ist die Stimmbeteiligung.»
Das habe mit der Schulbildung zu tun. «Das Interesse an der Politik wird gefördert, wenn man im Gymnasium Staatsbürgerkunde hat. Diese Chance, das Interesse zu wecken, wird sonst in der Schule etwas vertan.»
Die faulsten Stimmbürger
In den letzten fünf Abstimmungen waren die Stimmbürger in den Kantonen Jura und Graubünden am faulsten: «Mit im Schnitt 39 Prozent Stimmbeteiligung bilden diese zwei Kantone die Schlusslichter.»
Einen der Gründe sieht Golder in der Struktur der Kantone mit ihren verstreuten, kleinen Dörfern: «Dadurch gibt es weniger soziale Kontrolle.» Auch auffallend sei, dass beide Kantone finanziell nicht so stark seien.
Die fleissigsten Stimmbürger
«Schaffhausen ist ein Spezialfall», sagt Lukas Golder. Dort, im Kanton mit der höchsten Stimmbeteiligung der Schweiz, liegt die Beteiligung bei 51.1 Prozent. Dort herrscht noch immer Abstimmungszwang.
Dicht gefolgt wird Schaffhausen von den Kantonen Zug, Nidwalden und dem Wallis. Kantone, so betont Golder, die klein seien und finanziell gut da stehen. «Hier schaut der Nachbar, dass der andere Nachbar abgestimmt hat.» (jam)
