Grill-Trends: Das ist die unbeliebteste Wurst der Schweiz
Werden ihr die Schweizer je eine Chance geben? Die französische Wurst Andouille. (Wikipedia)
Andouille, die Verlierer-Wurst. In Frankreich isst man sie gerne - in der Schweiz rümpft man die Nase: Schweinsmagen ist drin und Schweinsdarm - gestückelt, zusammengerollt und eingepackt in Schweinsdarmhaut.
Das will kaum einer essen: «Sie wird nur in zwei Restaurants in der Westschweiz verkauft», sagt der Fleischexperte und gelernte Metzger Jean Müller der Metzgertreuhand AG. Nicht mal er selbst habe sich bis jetzt getraut, die Wurst zu probieren.
Duell um einen Platz auf dem Grill
Doch auch die Sieger im Kampf um einen Platz auf den Schweizer Grills sind Würste. Auf dem Grill landen meist Bratwürste, wobei Männer die Variante aus Schwein und die Frauen die Variante aus Kalbsfleisch bevorzugen.
Am meisten verzehrt werden jedoch die Cervelats. Diese essen wir in der Schweiz noch mehr, weil wir sie auch kalt geniessen können - mit Brot und Senf, oder natürlich im Salat. Ausserdem gehen sie über dem Feuer am hübschesten auf.
Schweine top
Nicht nur in der Grill-Saison top ist bei den Schweizerinnen und Schweizern das Schweinefleisch. Fast die Hälfte des Fleisches, das wir essen, kommt vom Schwein. Das zeigen die Zahlen der Fleischindustrie - und das seit Jahren.
Doch bei den Stücken, die wir besonders mögen, habe es Veränderungen gegeben: «Die Jungen werfen lieber Fleisch ohne Knochen auf den Grill», so Müller. Statt Entrecôte gibt's also Plätzchen.
Experimente wagen
Und wir wagen etwas, sagt Experte Müller. «Die Menschen suchen Abwechslung auf dem Grill.» Die Schweizer gehören zu den Experimentierfreudigsten. Das bestätigt auch Grill-Journalist Elmar Fetscher - und hat einen Tipp: «Polentamedaillons zu machen und auf den Grill zu legen, eignet sich beispielsweise hervorragend.»
Vielleicht hat dank unserer Experimentierfreudigkeit auch die Andouille mal eine Chance - und ist vielleicht irgendwann nicht mehr die unbeliebteste Wurst der Schweiz. (jam)
