Live Aid – Mammutspektakel gegen den Hunger
Live Aid-Initiant Bob Geldof im Wembley Stadium bei den Konzertvorbereitungen, London, 10. Juli 1985. (key)
Angerissen hatte die Sache der Rocksänger Bob Geldof (seitdem mit dem Spitznamen «der heilige Bob» geadelt). Im Jahr zuvor hatte er britische Popmusiker für eine Benefiz-Platte («Band Aid») versammelt; Gleiches taten US-Stars («USA for Africa»). Band- und Live-Aid brachten zusammen rund 188 Millionen Franken zu Gunsten der Hungernden ein.
10 Stunden nonstop
Die Mammutshow dauerte rund 10 Stunden. Im Londoner Wembley-Stadion standen drei Bühnen: Auf der ersten richtete sich jeweils eine Band ein, während auf der zweiten Bühne der Star des Augenblicks gerade sein zwanzigminütiges Programm durchzog, währenddessen auf der dritten die vorangegangene Gruppe ihre Equipment abräumte.
1.5 Milliarden TV-Zuschauer
Dazu gabs eine Videoleinwand, auf der zwischenzeitlich Eindrücke aus der Parallelshow in Philadelphia zu sehen waren. 72'000 Musikfans waren im Wembley-Stadion direkt vor Ort, bestiegen sozusagen im Stadion den Schnellzug durch die damals aktuelle Pop-Welt.
Dazu versammelte sich noch 1.5 Milliarden TV-Zuschauer in rund 150 Ländern, die das Ereignis via sechszehn Satelliten live auf der Mattscheibe mit verfolgten. Die Übertragungskosten beliefen sich dem Vernehmen nach auf umgerechnet neun Millionen Franken.
4 Sekunden Zeitverzögerung
Bei der Live-Übertragung dieser Grösse gab es natürlich auch Schwierigkeiten. Mick Jagger in Philadelphia und David Bowie in London wollten eigentlich ein Duett zusammen singen. Das Unternehmen scheiterte an der Zeitverzögerung: ein TV-Signal brauchte damals vier Sekunden, um den Atlantik zu überqueren - solche verschleppte Harmonien bringt nicht einmal der eingefleischte Blues-Fan Jagger zustande. (che)
