DRS 3 Album-Kritik: Robert Plants «Band of Joy»
Der legendäre Led Zeppelin-Frontmann Robert Plant: Band of Joy heisst seine neue Band - wie auch sein Debütalbum mit dieser Formation.
«Robert Plant altert in Würde», meint DRS 3 Musikredaktor Christoph Alispach. «Er sing locker, cool, entspannt, aber meint nicht, den superpotenten Rocker geben zu müssen. Da singt einer, der einfach gerne singt und performt und auch mit 62 noch gerne Musik macht - sich aber nichts mehr beweisen muss.»
Band of Joy hiess auch schon Plants erste Band in den Sixties, vor Led Zeppelin. Die neue Band of Joy setzt sich aus anderen Musikern zusammen als jene damals. «Aber musikalisch gehts zurück zu den Wurzeln», sagt Christoph Alispach. Die Einflüsse reichen von Blues über Soul bis Country.
Tolle Covers unbekannter Songs
Die Song-Auswahl auf dem Album entspreche Plants eigenem Geschmack, nicht jenem der Plattenfirma, ist Christoph Alispach überzeugt. «Da sind auch ganz obskure Titel drunter, wie 'You Can't Buy My Love' von Barbara Lynne. Das war auch in den 60ern nie ein grosser Hit, aber Robert Plant hat den Song ausgegraben und etwas Tolles draus gemacht. Er hat gewählt wie ein Fan, nicht wie die Plattenfirma es vorschreiben würde.»
Der Gitarrist und Co-Produzent von Band of Joy, Buddy Miller, ist übrigens selbst eine Legende in der Americana-Szene: Er hat schon mit Musikerinnen und Musikern wie Emmylou Harris, Steve Earle, Linda Ronstadt oder Lucinda Williams gespielt und aufgenommen - und auch die Alben, die er zusammen mit seiner Frau Julie Miller herausbracht hat, sind absolut hörenswert.
Robert Plant und seine Band of Joy kommen auch in die Schweiz. Am 23. Oktober 2010 spielen sie an der AVO Session in Basel auf. (ali/sg)
