Lana del Rey: Links antäuschen, rechts schiessen
Die Anti-Lady Gaga aus Los Angeles: Lana del Rey. (Vertigo)
Lana Del Rey darf sich auf die Schulter klopfen. Ihr Plan hat funktioniert. Vermeintlich aus dem Untergrund kommend steuerte sie mit ihrem Song «Video Games» zielstrebig die Herzen der Indie-Liebhaber an. Eigentlich aber will sie woanders hin: Mitten in den Mainstream.
Eine Frage der Verpackung
Oder besser: Ihr Management möchte das gerne. «Es ist ein Konsumentenbedürfnis Sachen zu haben, die irgendwie cool sind oder edgy. Und das den Konsumenten zu vermitteln ist keine schlechte Idee», erklärt Tim Renner die Mechanismen der Musikindustrie. Er spricht aus Erfahrung. Lange arbeitete er für den Musikriesen Universal, mittlerweile hat er sein eigenes Label Motor Music.
Die Produzenten hinter Lana Del Rey heissen Eg White und Guy Chambers. Der eine steckt hinter Künstlerinnen wie Adele und Duffy, der andere hinter vielen Hits von Robbie Williams. Sie halfen beim Feinschliff während der Metamorphose von Lizzy Grant zu Lana Del Rey: «Man hat Lana Del Rey eine neue, stimmige Identität gebaut. Und die versucht man durchzusetzen und durchzukommunizieren. Und das gelingt sogar grössten Teils», meint Tim Renner. Der Erfolg spricht für sich.
Who's that girl?
Lana Del Rey ist ein Kunstprodukt mit undurchsichtiger Biographie. In einem Wohnwagen – wie häufig geschrieben – hat sie wohl nie gelebt, ihr Vater ist erfolgreicher Unternehmer und dürfte nicht allzu arm sein. Und dann wäre da noch die Geschichte mit der Lippe. Lana Del Rey trägt Modell Schlauchboot. Lizzy Grant normale, schmale. Aufgespritzt? Lana Del Rey streitet es ab. Es sei der Lipgloss.
Quelle: DRS VIRUS
