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22.01.2012

Die Wiener Philharmoniker starten durch - in den Pop/Rock-Hitparaden

Die Schweizer Hitparade besteht zwar hauptsächlich aus Pop- und Rocksongs, doch es kommt immer wieder vor, dass auch Titel aus anderen Genres in den Charts einen Platz finden. Bestes Beispiel: Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker.

Hat beträchtlich zum Erfolg des Orchesters beigetragen: Der Dirigent Mariss Jansons (Reuters)

Politisierte Orchester
von Fritz Trümpi

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Dieter Flury ist bereits seit 1977 Flötist und einziges Schweizer Mitglied des weltweit berühmten Orchesters. «Ich habe damals in den 70er Jahren ein rieses Los gezogen. Mit André Jonette hatte ich einen ausgezeichneten Lehrer und mit meiner Kammermusik-Erfahrung sehr gute Voraussetzungen im Orchester aufgenommen zu werden. Aber es braucht natürlich immer auch eine ganze Menge Glück», so der Musiker gegenüber DRS 3-Moderator Nik Thomi.

Neue Besen kehren gut
Der Erfolg des Neujahrskonzerts in den Charts kam eher überraschend, denn so hoch war der Einstieg noch nie. Im Vergleich: Im Jahr 2009 landeten die Philharmoniker auf Platz 37, 2010 auf Platz 22 und im vergangenen Jahr auf Platz 31.

«Es sind verschiedene Faktoren, die zum Erfolg dieses Jahres beigetragen haben. Zum einen haben wir zum ersten Mal mit Sony zusammengearbeitet. Und neue Besen kehren ja bekanntlich am besten! Sony hat keinen Aufwand gescheut, zu zeigen, was sie können und das hat man gemerkt», so der Musiker weiter.

Ausserdem sei das Konzert mit Mariss Jansons als Dirigent weltweit als etwas ganz besonderes wahrgenommen worden. Sie hätten eine langjährige und sehr intensive künstlerische und menschliche Beziehung zueinander. Ausserdem sei es Mariss Jansons gelungen, sich selber als symphonischer Dirigent in die Musik von Strauss und Co. einzubringen. Und zwar in einer Art und Weise, die auch im Fernsehen ganz speziell angekommen sei. Das habe sicher auch zum Erfolg dieses Jahres beigetragen.

Eine dunkle Vergangenheit
Das Neujahrskonzert aus Wien wird jeweils von 73 Ländern und 70 Millionen Zuschauern weltweit gesehen. Doch eigentlich hat das legendäre Konzert eine dunkle Vergangenheit. Premiere feierte das Symphonieorchester nämlich am 1.1.1941, also mitten im zweiten Weltkrieg unter der Nazi-Herrschaft.

Und genau darüber hat der Schriftsteller Fritz Trümpi ein Buch geschrieben: «Politisierte Orchester - Die Wiener Philharmoniker und das Berliner Philharmonische Orchester im Nationalsozialismus». Das Neujahrskonzert sei eigentlich ein Produkt der Nazis. Das Jahr 1939 war der erste Kriegswinter und in dieser Zeit sei das Bedürfnis nach einem Ablenkungsprogramm gross gewesen. Die gehobene Unterhaltung - wie Trümpi sie nennt - sei sehr beliebt und das Interesse an Strauss sehr gross gewesen. Bereits am 31. Dezember 1939 habe es ein Silvesterkonzert gegeben, quasi der Vorläufer des Neujahrskonzerts.

Einfluss von Nazis auf die Musik
Im Wiener Symphonieorchester durften weder Werke jüdischer Komponisten, noch avantgardistische Musik gespielt werden. Doch neben diesen beiden Verboten hatten die Musikanten auch in der Kriegszeit relativ viel Freiheit.

Website der Wiener Philharmoniker

Carmen Köppel

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Audio-Beiträge:


Interview mit Flötist Dieter Flury
Hören (18:25)

Interview mit Fritz Trümpi
Hören (13:07)

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