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Letztes Update: Montag, 5.7.2010

Die Wissenschaft sagt: Ferien können krank machen

Halsschmerzen, Kopfweh oder gar eine ausgewachsene Sommergrippe – all dies tritt ausgerechnet in den ersten entspannenden Ferientagen gehäuft auf. Die Wissenschaft spricht von «leisure sickness».

Es ist nicht nur der übermässige Alkoholkonsum einiger, der die Ferien ungesund macht. Aber würden diese Herren Milch statt Sangria aus diesem Putzeimer schlürfen, ginge es ihnen zumindest am Folgetag besser. (key)

Adrian Vingerhoets, Psychologe an der niederländischen Universität Tilburg wollte es vor einigen Jahren genau wissen: Geht es nur ihm so, oder werden auch andere Menschen immer ausgerechnet am Wochenende oder an den ersten Ferientagen krank? Er befragte 1128 Männer und 765 Frauen.

Das Resultat: Drei Prozent der Befragten gaben an, regelmässig just in ihrer Freizeit an Migräne, Gliederschmerzen , Grippe und Depressionen zu leiden. Vingerhoets taufte das Phänomen «leisure sickness», zu deutsch: «Freizeitkrankheit».

Hinzu kommt: Auch Herzinfarkte treten in den ersten Ferientagen gehäuft auf. Jedoch nur bei Menschen mit einem erhöhten Infarktrisiko.

Der Grund: Stress!
Als Grund für die «leisure sickness» vermutet die Wissenschaft unter anderem den (Arbeits-)stress. Dieser erreicht häufig unmittelbar vor Ferienbeginn einen Höhepunkt. Dies führt zu einer kurzzeitigen Aktivierung des Immunsystems durch Stresshormone.

Fallen diese Hormone schlagartig weg – als bei der Entspannung in den ersten Ferientagen – so vermuten Immunologen, dass das Immunsystem zum Ferienbeginn gewissermassen «einknickt». Experten sprechen manchmal vom «Open Window»-Phänomen: Unser Körper ist nach einer Stressphase quasi ein offenes Fenster für Viren und Bakterien.

Plötzlicher Sport erhöht Infarktrisiko
Auch der Grund für die Häufung von Herzinfarkten in den ersten Ferientagen ist wohl beim Stress zu suchen. Bei ohnehin gefährdeten Personen bahnt er sich in der Stressphase beim Ferienantritt  an, zum eigentlichen Infarkt kommt es aber womöglich erst einige Tage später, also in den Ferien, heisst es etwa vom Kardiologen Bernhard Meier.

«Hinzu kommt, dass gewisse Leute vielleicht in den Ferien wieder Sport machen. Etwas, was sie vor den Ferien lange Zeit nicht taten. Dies kann das Infarktrisiko zusätzlich anheben», so Herzspezialist Meier.

Das heisst: Ferien in Kombination mit Stress können krank machen. Umso wichtiger sind eine entspannte Planung und ein gemächlicher Auftakt der Ferien (cam).

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Beitrag aus DRS2aktuell vom Mittwoch, 30.6.2010, 12.03 Uhr, DRS 2

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