Grubenunglück in Chile: Wie es sich anfühlt, lebendig begraben zu sein
Nach der glücklichen Rettung: Judith Steinle, sichtlich erleichtert. (key)
Eigentlich hätte es ein schöner Ausflug werden sollen, aber es kam ganz anders: Im Mai 2001 stieg eine Gruppe von acht Leuten in Goumois an der der schweizerisch-französischen Grenze in eine Höhle - und konnten dann wegen Wassers in der Nähe des Ausgangs nicht mehr heraus.
Judith Steinle war damals Gruppenleiterin und erinnert sich: «Das Schlimmste war eigentlich der Moment, in dem man realisierte, dass man nicht mehr aus der Höhle herauskam - und das dann der Gruppe mitteilen musste».
«Wir hatten keinen Proviant dabei»
Nach dem ersten Schock stellte sich die Gruppe in der stockfinsteren Höhle - nur von den Stirnlampen kam etwas Licht - auf die Krisensituation ein. Man hat sich gegenseitig mit Geschichten unterhalten, Fitnessübungen gemacht, um der Kälte zu trotzen, und den Tag organisiert.
Nur auf einen kurzen Ausflug eingestellt, hatte die Gruppe nur Wasser, aber keinen Proviant dabei. Zum Glück hatte Steinle Erfahrung mit dem Fasten und wusste deshalb, dass sich der Magen darauf einstellt, wenn er eine Zeitlang keine Nahrung bekommt.
Die Rettung
Nach 70 Stunden konnte die Gruppe aus der Höhle befreit werden. Judith Steinle war erstaunt über die Infrastruktur, die zu ihrer Rettung aufgebaut wurde: Massenhaft Rettungskräfte mit Bahren, Beatmungsgeräten und Zelten nahmen die Eingeschlossenen in Empfang.
Das Höhlendrama in Goumois ging glücklich aus. Die verschütteten Bergarbeiter in Chile sind zwar guter Stimmung seit sie Kontakt mit der Aussenwelt aufnehmen können. Sie werden aber noch lange - eventuell bis Weihnachten - warten müssen, bis man sie endlich aus der Grube befreien kann.
