Hausärzte werben mit Arztroman, der Arztromane auf die Schippe nimmt
Ein Bild, wie von einem echten Hausarztroman. Doch schon auf dem Titel merkt man, dass etwas nicht stimmt.
Da steht «In grosser Schrift», der Roman kostet 5 CHF. Doch die Expertin entdeckt einige eindeutige Anzeichen dafür, dass es sich hier nicht um einen echten Arztroman handelt - sondern um eine Persiflage. Das sagt die Expertin für Populärkultur, Brigitte Frizzoni.
Kein typischer Titel für einen Arztroman
Arztromane haben ihren Helden üblicherweise im Titel. Hier steht im Titel der Tramführer, eigentlich ein Patient. Aber nicht nur der Titel, sondern der ganze Roman strotzt vor Ironie, eine amüsante Episode jagt die andere und Figuren aus dem Alltag sind stark überzeichnet im Roman von Autor Patrick Frey.
Der Hausarzt grenzt sich ab von «Doktor House» und co
Dr Superheld, wie wir ihn beispielsweise aus TV-Serien wie Doktor House und Grey's Anatomy oder eben auch aus anderen Arztromanen kennen, ist in der Hausarztversion eher ein Antiheld. Brigitte Frizzoni, Expertin für Triviale Kulturen an der Universität Zürich: «Der Hausarzt Doktor Bolliger aus Zürich ist eher eine Schrumpfung des Superhelden. Ein Arzt auf Augenhöhe, der sehr sympathisch wirkt.» Sein Gegenspieler hingegen ist ein Chirurg.
Fortsetzung folgt?
Wie bei Arztromanen üblich, ist die Geschichte zwar in sich abgeschlossen, aber eine Fortsetzung ist dennoch möglich. Brigitte Frizzoni: «Die Leserinnen und Leser dürfen erwarten, dass es weitergeht.»
Sinn und Zweck?
Mit dem Arztroman zeigen die Hausärzte, dass sie eben gerade nicht so verstaubt sind, wie gemeinhin angenommen. Mit dem Arztroman wählen sie einen beliebten Rahmen, mit Patrick Frey einen beliebten Schweizer Autor und mit dem Thema des bodenständigen Hausarztes bringen sie ihr Anliegen gezielt unter die Leute. Eine wunderbare Idee, findet die Expertin.
Den Roman findet ihr in den Arztpraxen eures Vertrauens - oder hier online.
