«Bier weckt Emotionen und braucht Heimat»
Marcel Kreber, Direktor des Schweizer Brauerei-Verbandes, live im DRS 3-Studio.
«Es ist aus der Optik von Feldschlösschen ganz klar ein logischer unternehmerischer Entscheid», sagt Marcel Kreber im Interview mit DRS 3-Moderatorin Marietta Tomaschett. Wichtig sei, dass Cardinal als Marke und Bier weiterhin bestehen bleibe. «Auch weil so keine Arbeitsplätze verloren gehen würden.»
Kulturgetränk mit Tradition
Marcel Kreber versteht aber auch die Trauer von Freiburg über den Verlust von Cardinal. «Man sagt nicht von ungefähr, Bier macht und weckt Emotionen. Und Bier braucht Heimat.» Bier sei schliesslich ein Kulturgetränk seit 5000 Jahren.
Die grossen Brauereien hätten einen anderen Ansatz beim Bierbrauen als die kleinen Produzenten im Dorf. «Ein grosser Konzern ist darauf bedacht, dass sein Bier immer und überall gleich schmeckt», erklärt Marcel Kreber.
Bier ist nicht gleich «Stange»
Kleine Schweizer Brauereien könnten viel besser auf die individuellen Kundenwünsche eingehen und hätten so eine reelle Chance, neben den beiden ausländischen Biergiganten Heineken und Carlsberg zu bestehen.
Aber es sei entscheidend fürs Überleben einer Brauerei, dass sie professionell ans Handwerk gehe. «Bier brauen kann prinzipiell jeder», sagt Marcel Kreber, «ein 'Bierbrauer-Kit' kann man im Internet beziehen.» Entscheidend für die eigene Erfolgsgeschichte sei aber, wie geschickt man dann das Bier in seiner Badewanne anrühre.
«Wir sind in der Schweiz was Bier anbelangt noch ein Entwicklungsland», findet Marcel Kreber, «ein Bier-Eldorado, das es noch zu entdecken gibt.» (che)
