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Montag, 15.8.2011

Frühfranzösisch: «Besser mit Fehlern sprechen als ohne schweigen.»

Früh übt sich, wer ein maître werden will. Fünf Kantone beginnen deshalb im neuen Schuljahr mit Französisch aber der 3. Klasse - so früh wie noch nie. Sprach-wissenschaftler Iwar Werlen erklärt, weshalb je früher desto besser ist und wie Eltern ihre Kinder beim Lernen unterstützen können.

Nicht nur Jonathan und Philipp werden mit Französisch und Englisch gefordert. (Keystone)

Beim Sprachunterricht muss sich etwas ändern. Das haben die Erziehungsdirektorinnen und Erziehungsdirektoren im Jahr 2004 beschlossen. Und entschieden, dass Schweizer Kinder zukünftig früher Englisch und Französisch lernen sollen. Die erste Fremdsprache in der 3. Klasse, die zweite in der 5. Die Reihenfolge blieb den Kantonen überlassen.

Die Kantone der Zentral- und Ostschweiz, Aargau und Zürich haben ihren Unterricht bereits umgestellt. Seit heute sind auch die Kantone Bern, Basel-Stadt, Solothurn, Freiburg und Wallis mit Frühfranzösisch ab der 3. Klasse dabei. Basel-Land folgt als letzter Kanton nächstes Jahr.

Doch weshalb so früh? Und lernen Kinder Sprachen wirklich einfacher?

Without accent et sans blocage
Ja, sagt Linguistik-Professor Iwar Werlen. Am besten würden die Kinder bereits im Kindergarten damit beginnen. Denn Kinder können eines viel besser als Erwachsene: abschauen. «Kleine Kinder lernen schneller, akzentfrei zu sprechen. Und sie begreifen die Sprache implizit», sagt Iwar Werlen.

Das heisst, dass sie etwa eine Satzstruktur hören und schon beim zweiten Mal korrekt nachsagen können. Und noch etwas macht den Kindern das Sprachenlernen einfacher: «Kinder haben weniger Hemmungen. Sie probieren einfach aus und spielen», erklärt Werlen.

Apprendre playfully
Dieses spielerische Lernen sollen die Kinder nun auch in der Schule ausleben können. Entscheidend sei, dass die Kinder die Sprache in ganz verschiedenen Situationen ausprobieren können, sagt Sprachwissenschaftler Iwar Werlen. Etwa, indem sie Alltagssituationen nachspielen, also auf Französisch einkaufen oder auf Englisch ein Billet lösen müssen.

Ob sie dabei Fehler machen, sei zunächst zweitrangig. Hauptsache sprechen. Und: Kinder müssen sich einbringen können - auf Englisch oder Französisch fernsehen bringt viel weniger als «Lädele» spielen in einer fremden Sprache.

Support pour les enfants
Und dabei können auch die Eltern helfen. Ein Ausflug in die Westschweiz, damit die Kleinen hören, wie die Romands sprechen, zusammen ein englisches Hörbuch hören oder den Kindern eine fremdsprachige Brieffreundin organisieren - das alles ist wichtiger als die perfekte französische oder englische Aussprache. Denn das wichtigste beim Sprachenlernen sei, so Linguistik-Professor Iwar Werlen: «Besser mit Fehlern sprechen als ohne Fehler schweigen». (nif)

Noch Fragen? Hier ein paar nützliche Links:

Wer lernt wann was? Infos zum Frühfranzösisch und Frühenglisch in den Kantonen

Passepartout: Infos zum Frühfranzösisch in den Kantonen BE, BS, SO, FR und VS

Mille Feuilles: Infos für Eltern für den Umgang mit dem Frühfranzösisch-Lehrmittel

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