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Dienstag, 15.11.2011

Delfine in der Schweiz: Zwischen Attraktion und Forschungsobjekt

Nachdem innert einer Woche zwei Delfine im Connyland Lipperswil gestorben sind stellen sich erneut Fragen zur Delfin-Haltung in der Schweiz. Die Haltung der Meeres-Säugetiere hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert.

Das erste Delfinarium in Mitteleuropa öffnete 1965 im Zoo-Duisburg seine Tore. Im selben Jahr zeigte der Kinderzoo Knie in Rapperswil-Jona im Kanton Zürich erstmals Delfine.  1970 hatte die Schweiz dann ihr erstes Delfinarium: Der Kinderzoo nahm ein 800 000 Liter fassendes Meerwasserbecken für Delfine in Betrieb.

Beflügelt vom Erfolg der Fernseh-Serie Flipper zeigte der Zirkus Gasser in den 70er Jahren eine Delfin-Show - in einem Becken mitten in der Manege. Und 1983 wurde schliesslich im Freizeitpark Connyland im Kanton Thurgau ein Delfinarium eröffnet.

Aquarium mit Delfinen für Forschungszwecke
Ebenfalls in den 60er Jahren hielt der Schweizer Hirnforscher Giorgo Pilleri im Untergeschoss der psychiatrischen Universitätsklinik in Bern Fluss-Delfine für Forschungszwecke in relativ kleinen Becken; jedenfalls wenn man heutige Vorschriften als Massstab nimmt.

1975 schloss Pilleri sein Forschungs-Delfinarium - in seiner Autobiografie bezeichnete Pilleri die Gefangenschaft von Delfinen als „gefährlichen Eingriff in die Psyche des Tieres".

Intelligenz als Argument gegen Gefangenschaft
Gemäss Thomas Althaus, der während 20 Jahren als Chef der Sektion Artenschutz beim Bund dafür gesorgt hat, dass die Tierschutzgesetzgebung eingehalten wird, zeigte sich spätestens Ende der 80er Jahre, dass Delfine in der Öffentlichkeit nicht mehr als Attraktion sondern als schützenswerte, intelligente Wesen angesehen wurden. Tierschutzorganisationen begannen mit ihrem Kampf gegen Delfinarien und den Import von Delfinen.

Delfinhaltung im Wandel
Eines der grössten Projekte mit lebenden Delfinen war 1989 im Kanton Wallis geplant. Dort hätten Besucher sogar mit Delfinen schwimmen sollen. Das Delfinarium in Martinach wurde jedoch wegen massiven Protesten von Tierschützern nie realisiert.

Seit 14 Jahren gibt es auch im Kinderzoo Knie in Rapperswil-Jona keine Delfine mehr zu sehen, dies u.a. wegen einer strengeren Tierschutzverordnung, welche mehr Platz für die Tiere und damit hohe Investitionen gefordert hätte.

Der Freizeitpark Connyland in Lipperswil im Kanton Thurgau liess sich trotz vielen Protesten nicht beirren und eröffnete im Jahr 2003 eine 81 mal 35 Meter grosse Delfin-Lagune.

Aus rechtlicher Sicht wurde in der 40-jährigen Geschichte der Delfinarien in der Schweiz noch nie gegen die Tierschutzgesetzgebung verstossen, so Althaus.

Yvonne Lambrigger

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Schnellsuche:

Delfintod im Connyland

In Lipperswil ist am Sonntag bereits der zweite Delphin in einer Woche gestorben. Die Symptome sind ähnlich. Muss nun der Kantonstierarzt eingreifen? Paul Witzig, Kantonstierarzt des Kantons Thurgau, antwortet.

Newsflash vom Montag, 14.11.2011, 12.15 Uhr, DRS 4 News

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