Skischule: Warum Kinder heute schlechter Ski fahren und wer hinter dem Snowli-Kostüm steckt
DRS 3-Reporterin Yvonne Lambrigger mit dem entlarvten Snowli!
Früher war von „Stemmbogen" oder dem „Pflug" die Rede, wenn es ums Bremsen ging. Heute sollen die Kinder versuchen mit ihren Skis ein Stück Pizza zu formen.
Auch die Ausdrücke Berg- und Talski gehören der Vergangenheit an. In der Kinderskischule ist jeweils der obere Ski die Maus und der untere Ski die Katze. Die Maus geht voran, die Katze springt hinterher. So lernen Kinder seitwärts Schritt für Schritt einen Hang hochzusteigen. Komfortabler gehts jedoch mit dem Zauberteppich - ein Förderband, welches die Kinder langsam den Hügel hinauftransportiert.
Längere Lernphase trotz besserem Material
Kinder würden heute während einer Woche Skiunterricht weniger schnell Fortschritte machen als noch vor zehn Jahren. Und dies obwohl das Material jährlich besser werde. Grund dafür sei der Bewegungsmangel der Computer-Generation, sagt Reto Stucky, Leiter der offiziellen Ski- und Snowboardschule auf der Bettmeralp.
Deshalb bräuchten Kinder heute mehr Zeit, um Bewegungsabläufe wie Laufen, Gleiten, Bremsen, Kurven fahren oder Springen zu erlernen. Gleichzeitig hätten Eltern heute aber häufig höhere Erwartungen als früher. Sie möchten, dass innerhalb einer Woche aus ihren Kindern Skiprofis werden.
Wer steckt im Snowli-Kostüm?
Motivieren soll die Kinder bei ihren ersten Geh- und Fahrversuchen auf den Skis das Maskottchen der offiziellen Schweizer Ski- und Snowboardschulen: „Snowli"; ein Fabelwesen mit Hasenkopf. Doch wer muss eigentlich täglich dieses Plüschkostüm anziehen und den „Looser" spielen?
Auf der Bettmeralp ist es der 30-jährige Grieche Nikos Ntonas, der bis im letzten Winter noch nie auf Skis gestanden ist. Er hat Spass an seinem Job und lässt sich auch nicht entmutigen, wenn einige Kinder aus Angst das Weite suchen, wenn er im Snowli-Kostüm auftaucht.
Yvonne Lambrigger

