Eine fotografische Ära geht zu Ende
Kämpft ums Überleben: Der Foto-Riese Kodak (Reuters)
Im schlimmsten Fall überlebt der US-Fotokonzern zwar das Insolvenzverfahren nicht, doch gemäss Alessandro Franchini vom Fotofachgeschäft Ars Imago in Zug ist das kein Weltuntergang.
Die Bekanntheit und frühere marktbeherrschende Stellung von Kodak sind zwar zwei Gründe, weshalb viele Konsumenten denken: «Wenn es Kodak nicht mehr gibt, dann ist es auch mit der analogen Fotografie vorbei.» Das sei aber falsch. Das Ende von Kodak wäre zwar ein Verlust, doch es gäbe ja eine Reihe weiterer Anbieter wie Fuji, Agfa und Rollei, so Franchini gegenüber dem Schweizer Fernsehen.
Kreative Foto- und Filmliebhaber
Doch die Nachricht des Konkurses ist bei vielen Fotobegeisterten noch nicht richtig angekommen, oder eher ein kleiner Trost, denn die analogen Geräte werden in kreativen Bereichen mehr denn je benutzt. Auf Twitter berührte die Nachricht viele: «Schade dass Kodak Konkurs gegangen ist. Ist das wirklich das Ende der analogen Fotografie?» schreibt beispielsweise Duna Sirshaid. Oder Parule Amin: «Ich bin echt traurig».
Angst vor einem eventuellen Aus von Kodak haben aber nicht nur Fotobegeisterte, sondern auch Filmliebhaber, denn das im Jahre 1964 präsentierte Schmalfilm-Filmformat würde mit einem Ende von Kodak auch von der Bildfläche verschwinden. Kodak ist zur Zeit der einzige Anbieter für Super 8 Filme und würde auch auf diesem Markt ein grosses Loch hinterlassen: «Oh nein! Dann muss ich mir ja sofort ein Lager anlegen, sonst kann ich ja keine Super 8-Filme mehr drehen», so DRS 3 Hörer Andreas.
Snapshots für Jedermann
Im Zeitalter von Facebook, iPhone und diversen Foto-Apps ist Facebook mit seinen 100 Milliarden Fotos das grösste Sharingportal der Welt. Kleiner Vergleich: Wenn man alle Fotos, die auf Facebook aufgeschaltet sind aneinanderreihen würde, hätte man eine Distanz, die von der Erde zum Mond reicht. Und zwar 17 Mal hin und zurück! Fotografiert wird also mehr denn je, doch die Art und Weise der Fotografie hat sich durch die Digitalisierung definitiv verändert.

Kommentare zu diesem Artikel:
Freitag, 20.1.2012, 00.04 Uhr: Viktor Mazzoleni via Facebook
Donnerstag, 19.1.2012, 21.23 Uhr: Stefanie Wege via Facebook
Donnerstag, 19.1.2012, 21.17 Uhr: Tom Günti via Facebook
Donnerstag, 19.1.2012, 20.45 Uhr: Aaren Viviana Ilmatar via Facebook
Donnerstag, 19.1.2012, 20.17 Uhr: DRS 3 via Facebook
Donnerstag, 19.1.2012, 19.43 Uhr: Roberto Giana via Facebook
Donnerstag, 19.1.2012, 19.14 Uhr: Hans Schuerch via Facebook