Dewet Moser: «Über 20 Leute überwachen den Eurokurs Tag und Nacht»
Dewet Moser, stellvertretendes Direktoriumsmitglied der Schweizerischen Nationalbank. (DRS 3)
Eines ihrer wichtigsten Ziele der Nationalbank ist die Preisstabilität; sie muss sich gemäss Gesetz und Verfassung vom Gesamtinteresse der Schweiz leiten lassen und bei Ihrem Handeln die Konjunktur berücksichtigen. Die Nationalbank setzt damit eine grundlegende Rahmenbedingung für die Entwicklung der Wirtschaft.
Den Schweizer Franken verteidigen
Im letzten Jahr hat sich die Grossbank vorgenommen, den Schweizer Franken zu verteidigen. Nachdem der Eurokurs in den Keller gerasselt ist, wurde nun ein Mindestkurs von 1.20 Franken definiert. Doch der Euro ist deswegen nicht an den Schweizer Franken gebunden: «Mindestkurs heisst, dass der Euro nicht tiefer als die definierten 1.20 Franken fallen darf. Allerdings kann - oder müsste - er durchaus höher sein, da der Schweizer Franken nach wie vor sehr stark ist», so Dewet Moser, Direktoriumsmitglied der Schweizerischen Nationalbank, gegenüber DRS 3.
Angebot und Nachfrage
Das Problem sei Angebot und Nachfrage. Der Schweizer Franken sei auf dem Finanzmarkt nach wie vor attraktiv, doch den Euro wolle keiner. Das könne dazu führen, dass mehr Euro in Umlauf sei als effektiv nachgefragt werde. Die Nationalbank stelle sich deshalb zur Verfügung, nicht verwendeten Euro zu kaufen. Dadurch steige die Nachfrage des Euros und damit auch der Preis, so Herr Moser weiter.
Der Eurokurs wird ununterbrochen überwacht: «Ein Team von mehr als 20 Leuten überwacht den Kurs Tag und Nacht. Die Leute sind vor allem damit beschäftigt, den Markt zu beobachten und zu analysieren und bei Bedarf mittels Geschäften den Eurokurs durchzusetzen.»
Der Fremdwährungsbestand der Nationalbank ist seit September um ca. 10% gewachsen - wie viel davon Euros sind, weiss man allerdings nicht. Die Nationalbank spricht aber von einem Erfolg.
