DRS 3 Sommertausch, Tag 2: Ueli, Christian Gross und ein waghalsiger Sprung
«Ich bin noch nie im Leben von so weit oben ins Wasser gesprungen.»
Wenn Ueli erzählt, tut er das mit dem allergrössten Vertrauen und so, als wäre man schon seit Ewigkeiten bekannt und befreundet. Und er tut es während eines gemütlichen Tages in seiner Heimat auf Zeit, dem Städtchen Solothurn. Er erzählt, und besteigt mit uns die 249 Stufen zur Aussichtsterrasse der St. Ursen-Kathedrale.
Er unterbricht seine Erzählungen kurz, um etwas auf seiner «Schnorregiige» zu spielen. Dann erzählt er weiter und drückt in einem Restaurant an der Aare in der glühenden Hitze einen Cheeseburger in sich hinein. Er erzählt von seiner Heimat; davon, dass er nicht gerne fort geht aus Alpnach-Dorf, weil es dort «megaschön» sei und er dort «alles habe, was ich brauche».
Ein Souvenir aus Ägypten
Er sei erst einmal weit weg gewesen. In Zypern, vor fünf Jahren. Dann erzählt Ueli Geschichten von seiner Mutter, seinen Freunden und seinen Geschwistern. «Drei sind von ganz früher, da ist meine Mutter mit einem Peruaner zusammen gewesen, dann drei von Ferdi, meinem Vater, und dann kam die Iris - ein Souvenir aus Ägypten.»
Das «Souvenir» hat unterdessen einen von Uelis alten Rapperfreunden geheiratet, und mit ihm die kleine Noemie zur Welt gebracht. Ueli erzählt auch von gestern Nacht, in der er auf Andreas' Balkon so lange gefeiert hat, bis die Nachbarin aus dem Fenster gerufen und sich beschwert hat über den Lärm.
Wenn Ueli erzählt, dann scheint es, als könnte ihn nichts aus der Ruhe bringen. Doch jetzt, während er Andreas' Freunden etwas erzählt, verschlägt es ihm die Sprache. Er sitzt mit Andreas' Ex-Freundin Nicole, Bruder Jürgen und noch ein paar anderen mehr beim Bier, als DRS 3-Moderatorin Anna Maier aus der Lobby ruft, sie habe jemanden getroffen, den er vielleicht kennen lernen wolle.
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«Ich habe ihn aus den Heftli gekannt», sagt Ueli danach. Und macht einen Marsch, der seine Knie immer weicher werden lässt. Der Mann ist ein Star, ist zufällig in der Stadt und heisst Christian Gross. Der Fussballcoach motiviert Ueli zu einem Abenteuer, mit dem er schon den ganzen Tag hadert.
Ueli hadert mit einem Sprung, der Tauschpartner Andreas jeden Sommer mehrmals macht, einem von einer Siebenmeter-Brücke über der Aare. Ueli hadert, weil er Angst hat, zu ertrinken und weil ihm die Höhe nicht behagt.
«Herzklopfen, Zittern.» Man hört, sieht und spürt, wie nervös Ueli ist. Er steht über der Brüstung, sieben Meter über der Aare, hinter ihm steht Christian Gross. Der Coach motiviert, gibt letzte Anweisungen und als er lachend schreit «Chumm, go! Jetzt! Machs!», ist Ueli gesprungen. Ueli schreit, das Wasser spritzt, Sekunden später taucht Ueli auf.
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Andreas in Uelis Leben |
«Gad nomol!» ruft er beim Auftauchen und wirft noch im Wasser die Fäuste in die Luft. Die Freunde und ein paar Zuschauer applaudieren, Christian Gross, noch auf der Brücke, krallt sich Uelis Kleider und Schuhe, eilt damit ans Aareufer und klopft seinem «Leistungssportler» auf die tätowierten Schultern. Und sagt: «Eben, den Mutigen gehört die Welt.» (jam)
