Fussballkrawalle: Wenn «Fans» zu Hooligans werden
Fussballchaoten scheinen weniger an Fussball, denn an Schlägereien vor und nach den Spielen interessiert zu sein. Hier stürmen Basler «Fans» das Spielfeld nach dem Meisterschaftsfinal 2006.
13. Mai 2006 im St. Jakobstadion in Basel: In der 93. Minute schiesst Iulian Filipescu das Tor zum 2:1 und macht damit den FCZ zum Schweizer Meister. Sofort nach dem Schlusspfiff stürmen ca. 300 frustrierte Basler Chaoten das Spielfeld, attackieren Zürcher Spieler und werfen Gegenstände Richtung FCZ-Anhänger.
Im und um's Stadion ist die Hölle los. Die überforderte Polizei geht mit Tränengas und Gummischrot dazwischen. Das Scharmützel endet mit über 100 Verletzten und der Sachschaden wird mit einer hohen sechsstelligen Zahl beziffert.
Das im Nachhinein als «Schande von Basel» bezeichnete Ereignis zeigt auf, dass - vor allem an sogenannten «Hochrisiko-Spielen» - ein gravierendes Sicherheitsproblem besteht. Inzwischen trauen sich der zu befürchteten Ausschreitungen wegen viele schon gar nicht mehr, zu den Spielen zu gehen. Von amtlicher Seite her reagiert man mit Stadionverboten, Fanbeauftragten, Bussen für die Vereine und erhöhtem, kostspieligem Sicherheitsaufgebot.
Gewaltbereite «Fans» scheint das allerdings wenig zu beeindrucken und inzwischen mischt sich manch ein ansonsten braver Bürger unter die Hooligans, um seinen werktags aufgestauten Frust loszuwerden, indem er am Wochenende Stadionmobiliar zu Bruch schlägt und auf fremde Menschen einprügelt.
DRS 3 hat sich mit Thomas Busset, Soziologe, Historiker und Fachmann in Sachen Hooligans, über das Phänomen der Krawalle unterhalten.
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