«Alltagswissen geht durch das Internet verloren»
Der Sozialgeograf Michael Hermann live im DRS 3-Studio.
«Das Internet schaffte in diesem Jahrzehnt den Durchbruch zu einem Massenmedium. Wir sind heute überall, jederzeit mit dem Wissen der Welt verknüpft», betont Michael Hermann von der Universität Zürich.
Es sei noch nicht lange her, da stand zuhause noch ein vergilbtes Lexikon auf dem Büchergestell. Oder Zeitungsauschnitte lagen verstreut in der Wohnung herum. Oder wir kannten einen Onkel, der viel wusste. Dank Wikipedia oder Google sei dieses «Wissen des Alltags» immer mehr Geschichte.
Inselbegabte mit Hirndefekt
«Wir sind alle Inselbegabte mit einem Hirndefekt geworden. Wir könnten nichts mehr vergessen», meint Michael Hermann. Die Frage ist nur, ob wir mit diesem Wissen auch etwas anfangen könnten. Ein Leben ohne Internet, beziehungsweise Web 2.0 sei auf jeden Fall schlicht nicht mehr vorstellbar.
Privat wird öffentlich
Mit dem Internet fand eine Demokratisierung, aber auch eine zusehende Veröffentlichung des privaten Leben statt. Das bedeute eine riesige Herausforderung. Insbesonders für junge Menschen. Jeder «Seich», den man mache, werde auf Facebook festgehalten und nie mehr gelöscht.
