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Letztes Update: Donnerstag, 18.3.2010

Wie iTunes zum wichtigsten Musikladen der Welt wurde

Es brauchte viel Überzeugungsarbeit seitens Apple, die fünf grossen Plattenfirmen für einen «digitalen Plattenladen im Internet» zu gewinnen. Das Internet hatte zuvor das Ende einer goldenen Ära eingeleitet.

Apple Chef Steve Jobs lieferte die richtigen Argumente für seinen iTunes Music Store: «Nicht jeder, der seine Musik gratis vom Internet runterlädt handelt in schlechter Absicht, er hat gar keine legale Alternative.»

MP3-Tauschbörsen wie Napster und Kazaa liessen die Umsätze mit Musikkonserven anfangs Nullerjahre erstmals zurückgehen, das Internet hatte sich bereits selber zu einem kostenlosen Plattenladen gemacht.

Plattenindustrie förderte unbewusst die verhassten Tauschbörsen
Die Plattenindustrie konterte mit dem Kopierschutz auf den Musik-CDs und trieb damit noch mehr Kunden in die Tauschbörsen, denn der Kopierschutz verhinderte auch die Herstellung eines MP3 zum eigenen Gebrauch. Diese Entwicklung lieferte Apple Chef Steve Jobs die richtigen Argumente für seinen iTunes Music Store: «Nicht jeder, der seine Musik gratis vom Internet runterlädt handelt in schlechter Absicht, er hat gar keine legale Alternative.»

Musik aus dem Internet zu beziehen war schlicht zu einfach und zu natürlich, die CD als Tonträger längst obsolet. Es war an der Zeit, einem technologiebegeisterten und zahlungswilligen Publikum eine Alternative zu den Tauschbörsen zu bieten.

Die Majors willigen ein, anfänglich nur unter der Bedingung «DRM»
Als iTunes 2003 als erster Musikladen ans Netz ging, konnte Apple viele dieser Versprechen einlösen.

Die fünf «Majors» verpflichteten sich, mit wenigen Ausnahmen, ihren gesamten Katalog für den Verkauf via iTunes zu einheitlichen Preisen zur Verfügung zu stellen. Die Bedingung: Die digitale Musik musste per «DRM» (Digital Rights Management) vor der weiteren Verbreitung via Internet geschützt werden. Noch immer hatte also die Nase vorn, wer seine Songs aus einer anderen Ecke des Internet und ohne zu bezahlen herunter lud, denn dieser iTunes-Kopierschutz verhinderte das abspielen auf nicht-Apple-Geräten, wie Autoradios oder markenfremden MP3-Playern.

Marktbeherrschung trotz Amazon, Ende des «DRM»
iTunes hat der Musik-Industrie einerseits einen Weg aus dem Jammertal der Internet-Piraterie geöffnet, die Plattenmultis aber auch in eine unangenehme Abhängigkeit gebracht. Der iTunes Marktanteil von rund 70% aller digital vertriebenen Musik hat Apple zu einem übermächtigen Verhandlungspartner gemacht.

In einem Versuch, die Stellung von Apple zu untergraben haben die Plattenfirmen ihren Musik-Katalog dem Internet-Warenhaus Amazon vollumfänglich ohne Kopierschutz zur Verfügung gestellt, jedoch ohne durchschlagenden Erfolg.

10 Milliarden Songs
Im Januar 2009 verabschiedeten sich die Majors dann endlich auch auf iTunes von Digital Rights Management, im Gegenzug erhielten sie die Möglichkeit, einzelne Musikstücke zu unterschiedlichen Preisen anzubieten.

An der Marktstellung von iTunes hat sich damit nicht viel geändert. In den Industrienationen hat iTunes einen Marktanteil von 25% aller verkauften Musik. Erst kürzlich wurde der 10-Milliardste Song heruntergeladen. (luc)

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Wie iTunes die Welt veränderte
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