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Mittwoch, 25.1.2012

Das WEF und Jimi Hendrix

Am Weltwirtschaftforum in Davos sammeln die WEF-Gäste Visitenkarten und Inspirationen. Auch von Rockgott Jimi Hendrix (von ihm die Inspiration, nicht die Visitenkarte).

Was die Besucher am WEF wirklich lieben: die Aussicht. (cic./ra.)

Die DRS 3 WEF-Hymne

«The Great Transformation: Shaping New Models»

Es gibt gewisse Konstanten im offizielle Programmführer des Weltwirtschaftsforums: Wachstum,  Wandel und Führungsstärke - das sind drei Begriffe, die im Beschrieb der Gruppen-, Podiums- und Plenar-Diskussionen immer wieder auftauchen.

Nun lockt so ein Schlagwort wie«Leadership» allein heutzutage keinen Manager mehr hinter dem Ofenbänklein hervor, schon gar nicht in Davos, auf 1560 Meter über Meer, wo die Eiszapfen wie Orgelpfeifen am Dachkänel hängen.

Tellerdekoration
Was also tun? Um über den Tellerrand hinauszudenken, haben die WEF-Macher allerlei über die Wirtschaft hinausreichende Gesprächsveranstaltungen ins Programm gerückt und das Menü (die Programmübersicht) mit allerlei Zitaten aufgelockert. Tellerdekoration zum Nachdenken.

Beispiel gefällig? «Um grosse Dinge zu erreichen, müssen wir nicht nur handeln, sondern auch träumen. Nicht nur planen, sondern auch daran glauben.» Gesagt hat dies Anatole France, französischer Literaturnobelpreisträger.

Hendrix, Einstein, Edison
Oder gleich noch ein Zitat, eins vom Rockgitarrist Jimi Hendrix:  «Musik lügt nicht. Wenn sich etwas in dieser Welt ändern soll, kann es nur durch Musik geschehen.» Wird das WEF jetzt plötzlich zur Gspürsch-mi-Veranstaltung? Natürlich nicht. 

Hierzu ein kleines Quiz: Welcher der drei folgenden Zitate findet sich nirgends im WEF-Programm?

«Vorstellungskraft ist wichtiger als Wissen» - Albert Einstein, Physiker.

«Um eine grosse Idee zu gebären, musst du viele Ideen haben.» - Thomas Edison, Erfinder.

«It's the economy, stupid» - Bill Clinton, ehemaliger US-Präsident.

Die richtige Antwort ist natürlich Antwort c), denn dass die Wirtschaft wichtig ist, muss den WEF-Gästen niemand erzählen. Sie lassen sich lieber inspirieren und geben sich wahlweise der Hoffnung oder dem Wissen hin, nicht kurzfristige Profitmaximierung zu betreiben, sondern etwas sinnvolles für die Gesellschaft zu tun. Was dann wohl auch im Sinne Jimi Hendrix' gewesen wäre.

Robin Alder

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