Chile: Verschüttete Bergleute werden versorgt
Die Bergungsarbeiten könnten sich bis Dezember hinziehen. (Keystone)
Die vor fast drei Wochen verschütteten Bergleute sind zum ersten Mal mit Vorräten versorgt werden. Über einen Schlauch wurde frisches Wasser und nährende Glukoselösung in die Tiefe geschickt.
Medikamente sollen Magengeschwüre verhindern. Dieser Transportschlauch ist mit einem Gleitgel überzogen um die Kapseln, in denen sich die Vorräte befinden, leichter passieren zu lassen. Bis ein solcher Behälter im Schutzraum der Kumpel ankommt, dauert es etwa eine Stunde.
Kontakt über Funktelefon
Die Bergungsmannschaften versuchten mit Hilfe eines neu installierten Kommunikationssystems herauszufinden, in welcher körperlicher und seelischer Verfassung die Eingeschlossenen sind und bereiteten diese auf eine lange Wartezeit vor.
Jeder der Eingeschlossenen konnte am Montag mit den Rettungsmannschaften sprechen. Ingenieure arbeiten zur Zeit daran, den rund 16 Zentimeter breiten Schacht zu verstärken, der derzeit die einzige Verbindung zu den Verschütteten darstellt.
Dosen-Thunfisch, Milch und Kekse
Nach dem Unglück hielten sich die Bergleute mit Dosen-Thunfisch, Milch und Keksen am Leben. Das berichtete der Arzt im Rettungsteam, nach einem Gespräch mit den Eingeschlossenen.
Die Lebensmittel waren in dem Schutzraum von der Grösse eines Wohnzimmers gelagert. Jeder Kumpel ass alle paar Stunden zwei kleine Löffel Thunfisch, trank einen Schluck Milch und knabberte an einem Keks, wie der Arzt berichtete. Wie lange die Vorräte hielten, sagte er nicht.
Rettung könnte Monate dauern
Auch nach dieser Kontaktnahme können bis zu vier Monate vergehen, bis die Retter zu den Männern vordringen. In einem Schutzraum in rund 700 Meter Tiefe warten die Bergleute auf ihre Rettung. Bis ein ausreichend breiter Rettungstunnel gegraben ist, könnte es Weihnachten werden.
Laut dem mit der Leitung der Bergungsarbeiten betrauten Chefingenieur braucht es mindestens vier Monate und stärkere Bohrmaschinen, um einen Schacht in den instabilen Grund zu bohren, der für die Bergung der Männer breit genug wäre.
Verschollen bis vergangenen Sonntag
Die Arbeiter wurden bei einem Grubenunglück am 5. August in der Mine bei der Stadt Copiapó, rund 800 Kilometer nördlich von Santiago in 600 bis 700 Metern Tiefe verschüttet. Sie galten bis am vergangenen Sonntag als verschollen. (tena, ddp/sda/afp)
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