Zahlen: Wo in der Welt liegt der Lithium-Schatz?
70 Prozent der weiltweiten Vorkommen konzentrieren sich im sogenannten Lithium-Dreieck, in der Andenregion zwischen Bolivien, Chile und Agentinien. (Grafik DRS 3)
Die neuste Lithium-Entdeckung, die Schlagzeilen machte, ist Afghanistan: Das Land soll gemäss Angaben amerikanischer Geologen Lithium im Wert von einer Billion Dollar haben. Um wieviele Tonnen es sich genau handelt, ist bisher aber noch nicht bekannt.
Die grössten bekannten Lithium-Vorkommen haben Tibet mit 1,1 Millionen Tonnen, Bolivien mit 5,4 Millionen Tonnen und Chile mit 7,5 Millionen Tonnen. Bolivien und Chile bilden zusammen mit Argentinien das sogenannte Lithium-Dreieck, in welchem sich rund 70 Prozent der weltweiten Vorkommen konzentrieren.
Salzseen sind Lithium-Reservoire
In Bolivien ist es, genau wie in Tibet, ein grosser Salzsee, in dem sich das Lithium befindet. Geologen gehen davon aus, dass der Himalaya noch grössere Vorkommen zutage fördern wird, als bisher bekannt sind.
Auch Australien, China, Kanada und Brasilien gehören zu den Ländern mit grösseren Lithiumvorkommen: Sie alle haben über Hunderttausend Tonnen. Kleinere Mengen kommen in den USA und in Zimbabwe vor; auch Portugal hat Lithium, macht aber keine Angaben zur Menge.
Der Bedarf steigt
Es zirkulieren sehr unterschiedliche Angaben darüber, wieviel Lithium insgesamt weltweit noch im Boden zu finden ist. Alle Angaben bewegen sich aber über zehn Millionen Tonnen.
Sicher ist auch, dass der Lithium-Bedarf in den nächsten Jahren noch steigen wird: Nicht nur Handys oder Laptops haben Lithium-Ionen-Akkus, für die das Alkalimetall benötig wird, sondern auch die Automobilindustrie will in Zukunft auf solche Akkus setzen, für Hybrid- und Elektroautos. Der ökologische Fortschritt ist bei den Autos also abhängig von einem verstärkten Rohstoffabbau.
Bisher fördert Chile am meisten Lithium. Aber in den Regionen mit den grössten Vorkommen läuft der Abbau erst an: In einigen Jahren dürften Tibet und Bolivien zu den wichtigsten Produzenten gehören.

(Grafik DRS 3)
7'400 Tonnen Lithium baute Chile im vergangenen Jahr ab. Auch Australien (4'400 Tonnen), China (2'300 Tonnen) und Argentinien (2'200 Tonnen) gehören zu den Ländern, die bis anhin den steigenden Lithium-Bedarf der Technologie- und der Automobilindustrie decken.
Diejenigen Länder, die die grössten Lithium-Vorkommen haben, beginnen aber erst mit dem Abbau: So unternimmt Bolivien, das über geschätzte 5,4 Millionen Tonnen verfügt, erst seit dem letzten Herbst Versuche, den Rohstoff aus dem Uyuni-Salzsee und der Atacama-Wüste zu gewinnen.
China will in Qinghai und Tibet Lithium abbauen
Auch in Tibet laufen erst chinesische Projekte, die den Weg für Lithium-Abbau im grossen Stil bereiten sollen. Geologen glauben, dass Salzseen im Himalaya noch grosse unbekannte Lithium-Vorkommen bergen.
Auch in der Qinghai-Provinz laufen solche Projekte; zusammen mit dem Abbau in Tibet könnten sie China zu einem der grössten Lithiumproduzenten machen.
In Afghanistan fehlen Infrastruktur und Sicherheit
Auch Afghanistan könnte irgendwann zu den grössten Lithium-Förderländern gehören: Im Juni gaben amerikanische Geologen bekannt, das Land habe Vorkommen im Wert von einer Billion Dollar.
Allerdings wird es aufgrund der fehlenden Infrastruktur noch Jahrzehnte dauern, bis diese Vorräte erschlossen werden können - ausserdem warnen amerikanische und afghanische Behörden, die afghanischen Lithiumvorkommen könnten von den Taliban als Machtmittel genutzt werden. (sg)
(Quelle: U.S. Geological Survey, Januar 2010)
