3D-Videokonferenz: Telefonieren in der dritten Dimension
Der Film «Star Wars» lieferte schon in den 70er-Jahren einen Vorgeschmack auf mögliche Kommunikationstechnologien des 21. Jahrhunderts. Mit «Holocams» und «Holoprojectors» konnten die Helden der Weltraumsaga ihre tausende von Kilometer entfernten Gesprächspartner in Form von dreidimensionalen, interaktiven Hologrammen ins eigene Raumschiff holen.
Stellt euch vor: Wir sitzen am einen Ende des Sitzungstischs, am anderen Ende unsere Gesprächspartner in New York. Uns trennt einzig ein transparenter und wandfüllender Bildschirm. So sieht die Zukunft der Videokonferenz aus.
Nonverbales erlebbar machen
Mit dem Projekt «Being there» will die ETH nach eigener Aussage die virtuelle Kommunikation erlebbarer machen. «Wir wollen den Eindruck erwecken, dass die andere Person virtuell präsent ist», sagt Projektleiter Markus Gross zu DRS 3.
Es sei deshalb wichtig, das Gegenüber in der dritten Dimension zu erleben. Wir sehen zum Beispiel, wer uns im Gespräch in die Augen schaut oder lieber konstant aufs Handy schielt.
Zusammen mit der University of North Carolina und der Nanyang Technological University in Singapur entwickelt die ETH seit Anfang Jahr die Technologie dazu. Zentraler Punkt sind Bildschirme, die dreidimensionale Bilder erzeugen, ohne dass wir störende 3D-Brillen anziehen müssen.
Ökologisch und ökonomisch
Das ETH-Projekt «Being there» ist für Markus Gross keine technische Spielerei, sondern der nächste logische Schritt in unserer globalisierten Welt. Grossunternehmen könnten dank der 3D-Technologie Reisekosten und folglich den CO2-Ausstoss senken.
Völlig überflüssig wäre der reale Kontakt aber auch trotz der neuen Technologie nicht. «Zusammen eins Trinken gehen bleibt für den Erstkontakt wichtig», sagt Projektleiter Markus Gross. Die weiteren Treffen könnten aber virtuell stattfinden und wären dank der zukünftigen 3D-Technologie der Realität so nahe wie nie zuvor. (zub)
