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Samstag, 24.12.2011

Orange Schweiz wird britisch

Die Nummer drei im Schweizer Mobilfunkmarkt, Orange Schweiz, wird verkauft. Die Besitzerin France Télécom hat Orange für rund zwei Milliarden Franken an die britische Beteiligungsgesellschaft Apax verkauft.

France Télécom hat einen Käufer für Orange Schweiz gefunden. (Keystone)

Der französische Telekommunikationskonzern France Télécom verkauft Orange Schweiz an die britische Beteiligungsgesellschaft Apax. Beide Seiten einigten sich auf einen Verkaufspreis von zwei Milliarden Franken, wie France Télécom mitteilte.

Die Übernahme müsse noch von den zuständigen Schweizer Behörden genehmigt werden. Sie stelle eine wichtige Etappe in der Optimierungs-Strategie von France Télécom dar, heisst es in der Mitteilung weiter.

Der Telekom-Gigant will sich auf Länder fokussieren, in welchen er als Telekommunikations-Vollanbieter auftreten kann und gleichzeitig die Nummer eins oder zwei im Markt ist. Aus diesem Grund hatte France Télécom die Schweizer Nummer zwei im Telekom-Markt Sunrise schlucken und sie mit Orange zusammenlegen wollen.

Beteiligungsgesellschaft mit vielseitigen Investitionen
Apax, die künftige Besitzerin von Orange Schweiz, ist eine Beteiligungsgesellschaft, die in verschiedenen Branchen aktiv ist. Sie investierte etwa in die Marken Tommy Hilfiger und Karl Lagerfeld.

Aber auch in die Telekombranche kaufte sich Apax ein. Gemäss ihrer Internetseite investierte sie vor gut 6 Jahren in den früheren Mutterkonzern von Sunrise - eben dieser Sunrise, die mit Orange hätte fusionieren sollen.

Weko untersagte Fusion mit Sunrise
Die Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) erteilte der Fusion jedoch im vergangenen Jahr eine Absage. Mit dem Verbot wollten die Wettbewerbshüter ein Duo-Pol durch die fusionierte Sunrise/Orange und Swisscom im Mobilfunkmarkt verhindern.

Mit Sunrise wäre ausgerechnet jener Anbieter verschwunden, der am meisten Bewegung in den Schweizer Mobilfunkmarkt gebracht habe, argumentierte die Weko damals. Zudem würde ein allfälliger Eintritt eines ausländischen Mobilfunkanbieters in die Schweiz praktisch verunmöglicht.

Nach der untersagten Fusion von Orange und Sunrise passte der Schweizer Markt nicht mehr zur Strategie des französischen Telekomriesen und France Télécom ging über die Bücher. Seit Frühling versucht der Konzern, Orange Schweiz zu verkaufen.

Besitzerwechsel auch bei Sunrise
Der gescheiterte Zusammenschluss hatte im Herbst 2010 auch bei Sunrise zu einem Besitzerwechsel geführt: Der dänische TDC-Konzern hat die Nummer 2 statt der France Télécom schliesslich an den Finanzinvestor CVC Capital Partners verkauft.

Der Schweizer Telekommarkt wird von der Swisscom dominiert, die einen Marktanteil von rund 60 Prozent hat. Sunrise hält rund 20 Prozent des Marktes.

Die 1999 gegründete Orange Schweiz ist die Nummer drei im Schweizer Telekommarkt. Das Unternehmen erwirtschaftete 2010 einen Umsatz von 1,3 Milliarden Franken und zählte per Ende September 2011 rund 1,6 Millionen Kunden. Orange Schweiz beschäftigt etwa 1200 Personen. (bat/lü, sda)

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