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Samstag, 4.2.2012

Ende des Ärztestopps zeigt Folgen

Im ersten Monat nach dem Ende des Ärzte-Zulassungsstopps haben markant mehr Spezialisten bei den Krankenkassen eine Abrechnungsnummer beantragt, als im Vergleichsmonat vor einem Jahr. Die Kassen befürchten steigende Kosten.

Vor allem Spezialärzte wollen neu selber abrechnen. (Keystone Archiv)

Nachdem es keinen Zulassungsstopp mehr gibt für Ärzte, wollen sich wie erwartet viele Spezialärzte selbstständig machen. Im Januar ersuchten 323 Spezialärzte beim Kassenverband Santésuisse um eine Abrechnungsnummer - das sind 200 mehr als im Vorjahresmonat.

Nur Spezialisten, keine Hausärzte
Die Anzahl der beantragten Zahlstellennummern gibt einen Hinweis darauf, wie viele Ärzte nach dem bis Ende 2011 geltenden Zulassungsstopp nun frei praktizieren wollen. Mit der Nummer können die Ärzte ihre Leistungen in der Grundversicherung abrechnen.

Im Januar 2012 habe Santésuisse Anträge von 323 Spezialärzten erhalten, bestätigte Santésuisse-Sprecherin Silvia Schütz eine Meldung von «Tages-Anzeiger» und «Der Bund».

Zum Vergleich: Im Januar 2011 waren es 123 Gesuche gewesen - der Anstieg beträgt somit 163 Prozent. Bei den Hausärzten veränderte sich die Zahl der Gesuche in der gleichen Zeit dagegen kaum: Wie im Vorjahr gingen bei Santésuisse 57 Gesuche von Grundversorgern für eine Zahlstellennummer ein.

Höhere Kosten befürchtet

Die Zahl der neuen Zahlstellennummern lässt sich indes nicht gleichstellen mit der Anzahl neuer Praxen. Denn zahlreiche Ärzte dürften schon bisher praktiziert haben, beispielsweise als Angestellte einer bestehenden Praxis, sagte Schütz. Nun nützten sie die Chance, eine eigene Abrechnungsnummer zu erhalten.

Santésuisse befürchtet, dass gerade durch den Wechsel von Spezialisten in eigene Praxen die Kosten und damit schliesslich auch die Prämien steigen werden. Wie viel mehr die Kassen bezahlen müssen, lasse sich aber noch nicht abschätzen.

Viele ausländische Ärzte
Relativ hoch ist der Anteil ausländischer Ärzte, die eine eigene Abrechnungsnummer beantragten. Er beträgt über alle Ärzte gesehen 40 Prozent. Überproportional mehr Gesuche gingen wie erwartet aus den Grenzkantonen wie Genf und Tessin ein, da sich dort auch Ausländer aus dem Grenzgebiet um eine eigene Praxis bemühen.

Wahrscheinlich zeigen die Santésuisse-Zahlen noch nicht das volle Ausmass der Ärzte, die nun die Eröffnung einer eigenen Praxis ins Auge fassen. So beantragten bei Santésuisse 56 Ärzte aus Genf eine Abrechnungsnummer. Der Kanton selbst hatte Ende Januar angegeben, es hätten rund 120 und damit doppelt so viele Ärzte um die Bewilligung zur Praxiseröffnung nachgesucht. (pet, sda)

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