«Yizo Yizo»: Geschichten über den südafrikanischen Alltag nach der Apartheid
Die Geschichtensammlung «Yizo Yizo» rückt südafrikanische Einzelschicksale ins Zentrum.
«Yizo Yizo» heisst in der Sprache der Zulu «so ist es». Der Ausdruck ist der Name einer südafrikanischen Fernsehserie und der Titel dieser Anthologie. Darin zeigen uns südafrikanische Autorinnen und Autoren im Alter von 32 bis 75 Jahren ihre kleinen Welten: Wohnungen, Strassen oder Gärten in Südafrika. In diesen kleinen Einheiten spiegeln sie die grosse Welt.
In ihren Erzählungen rücken die Schreibenden Themen wie Reich, Arm, Schwarz, Weiss, Liebe, Kriminalität, Tod oder Aids ins Zentrum und zeigen anhand von Einzelschicksalen das Schicksal ganzer Menschengruppen und wie sich südafrikanische Alltage nach dem Ende der Apartheid gestalten können.
Immer ein Thema: Die Natur
In vielen Geschichten in «Yizo Yizo» spielt die Natur eine Rolle und sie wird dem Menschen in ihrer Wichtigkeit merklich gleichgesetzt. Die Geschichte «der Riese» stellt uns Menka vor, der durch ein Ritual in der Einsamkeit der Natur zum Mann wird.
Solche Rituale - und Beschäftigungen in der Natur ohnehin - sind in der südafrikanischen Literatur immer beschreiben worden und werden in der modernen Literatur noch immer thematisiert: In «Lilitree» pflanzt ein Paar im Garten einen Baum, der zur Baumfrau wird und halb Holz, halb Haut, einen Platz in der Beziehung des Paares einnimmt.
«Yizo Yizo» ist eine Bestandesaufnahme: So schreiben südafrikanische Autoren im Moment, erzählen leicht, liebevoll und ironisch nahrhafte Geschichten. (sg)

