Film-Tipp: Wie verlieben sich Blinde?
Miro und Monika (Look Now!)
Die 14-jährige Zuzana ist auf der Suche nach ihrer ersten Liebe. Sie findet sie im Internet, wo sie ihr Geheimnis nicht offenbaren muss - die Tatsache, dass sie blind ist. Der blinde Roma Miro verliebt sich in eine fast vollständig blinde Frau. Doch ihre Eltern sind gegen die Verbindung. Der blinde Lehrer Peter ist verheiratet. Er hat eine lebhafte Fantasie und hört gerne aufregende Musikstücke, die ihm erlauben, sich in eine Fantasiewelt zurückzuziehen. Das blinde Paar Elena und Jaco erwartet ein Kind. Wird es sehen können? Und wie werden sie die Herausforderungen als blinde Eltern meistern?
4 Fragen an den Regisseur Juraj Lehotský
Worum geht es Ihnen in «Blind Loves»?
Juraj Lehotský: Ich stellte mir eine blinde junge Frau vor, die sich in einen Mann verliebt, den sie nie gesehen hat. Sie kann ihn nur fühlen, ist mit ihm zusammen, hört ihm zu. Ich wollte wissen, woraus in einem solchen Fall Liebe entsteht, was genau den Impuls dazu gibt. Ich wollte quasi die Essenz der Liebe finden, wissen, ob Liebe sichtbar oder unsichtbar ist.
Wie haben Sie die Hauptfiguren im Film gefunden?
Ich reiste durch die ganze Slowakei und suchte nach Menschen, die eine eigene Geschichte in sich trugen. Ich wollte Menschen, die blind geboren worden waren, deren Welt also zu keiner Zeit durch Sehen beeinflusst worden war. Menschen, die gewissermassen ihre eigene Welt geschaffen hatten und in dieser auch lebten.
«Blind Loves» wurde über einen Zeitraum von drei Jahren gedreht. Gab es dabei Veränderungen im Leben der vier Hauptfiguren?
Ja, deswegen veränderte sich auch das Drehbuch kontinuierlich. Es gab Überraschungen und bange Augenblicke. Liebe ist zerbrechlich. Es gab Momente, in denen ich mit meinen Protagonisten mit zitterte, weil ich nicht wollte, dass ihre Liebesgeschichte unglücklich endet.
Wie war die Arbeit mit diesen blinden Menschen?
Sehr interessant. Sie sind mehr oder weniger vor unserer Kamera ihren täglichen Aufgaben nachgegangen. Sie waren nicht nervös oder befangen, weil sie sich ganz einfach keine Sorgen um ihr Aussehen machten. Aufgrund dieser Natürlichkeit und der doch ungewöhnlichen Umstände kam es dann immer wieder zu kleinen Absurditäten. Etwa die Szene, in der Peter die Sprungweite der Skispringer schätzt. Das war nicht geplant, ich fand ihn eines Tages einfach so vor seinem Fernseher sitzend. Ich finde, dieser Moment sagt unglaublich viel aus über die Art und Weise, wie Blinde ihren Alltag einrichten.
(Interview-Ausschnitte aus dem Presseheft zum Film)
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