Buch-Tipp: Jakob Arjouni «Der heilige Eddy»
Im Gegensatz zu seinem Umfeld kommen ihm die Leser bereits zu Beginn der Lektüre auf die Schliche: Trickbetrüger Eddy lässt sich im Berliner Hauptbahnhof von der Rolltreppe fallen, rempelt so einen betuchten Mann an und zur Wiedergutmachung lädt Eddy diesen zum Essen ein. Einige Flaschen Wein später probiert Eddy Markus' – die beiden haben sich flugs auf das «du» geeinigt – Sakko an und entwendet schnell die Brieftasche.
Schon auf diesen ersten paar Seiten kommt zum Zuge, was den 1964 in Frankfurt am Main geborenen Autoren Jakob Arjouni unvergesslich und unvergleichlich macht: Sein Talent, intelligent und köstlich humorvoll schräge Typen in ebensolchen Situationen zu skizzieren. Eddy wohnt in Berlin-Kreuzberg, der einzige Ort, an dem er einfach nur sich selber, Eddy Stein, ist und in einer Band spielt: Musik ist sein Lebenselixier.
Ausgerechnet in Kreuzberg passiert es aber: Als er nach Hause kommt, observiert er im Flur einen Mann, der gegen die Türe der Eddy noch unbekannten Nachbarin hämmert. Ein Wort ergibt das andere und plötzlich stürzt der Fremde rückwärts und stösst sich den Kopf so unglücklich, dass er auf der Stelle ablebt. Eddy realisiert kurz nach dem Unglück, dass es sich bei der Leiche um einen prominenten Berliner Unternehmer und Spekulant handelt; ein Lieblingskind der Boulevard-Presse, das ohnehin schon gesucht wird.
Eddy, der seine Identität auf keinen Fall preisgeben möchte, hat nun drängende Fragen: Wohin mit der Leiche? Ein fulminantes Spiel um Wahrheit, Lüge und Freundschaft beginnt; und mittendrin Eddy, dessen Nachbarin sich als Tochter des Grossunternehmers entpuppt und die nicht nur clever und schön, sondern auch sehr liebenswert ist.
Das Buch:
Jakob Arjouni «Der heilige Eddy»
Roman, 256 Seiten
Diogenes Verlag, Zürich
ISBN: 978-3-257-06685-2
CHF: 33.90
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